Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
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gesagt, dass die Erhebung mit einer Niederlage der Zünfte endigte.²³) Siegfried zum Paradies war hald der allmächtige Mann in Frankfurt und hatte den Landvogt aus dem Sattel gehoben. Am 18. April 1366 löste er von Ulrich das Schultheissenamt für 800 Pfund Heller, den Forst und den Buchwald mit dem Forstamt für 1400 Gulden ein. ¹⁰% Doch auch ihn ereilte später das Geschick. 1372 musste er alles zusammen gegen Zahlung des Geldes an die Stadt Frankfurt überlassen. ¹⁰³*) Ulrich III. von Hanau aber hat damals auf seinen Plan, Einfluss in Frankfurt zu gewinnen, verzichtet, wenn er ihn überhaupt in der namentlich von Fichard hartnäckig behaupteten Ausdehnung jemals gehegt hat.

Neben diesen inneren Unruhen in Frankfurt, Pei denen Ulrich III. als Landvogt hatte eingreifen müssen, geht nun eine Reihe äusserer Ereignisse her, durch die Ulrichs Thatkraft in Anspruch genommen wurde.*ο³) Ein anfangs unbedeutender Streit zwischen Ulrich III. und Philipp von Isenburg-Grenzau wegen des Zehnten und des Kirchsatzes zu Oberbrechen, die trierisches Lehen waren. ⁰³) sollte alsbald in eine regelrechte Fehde ausarten. Vergeblich ver- suchte Kurfürst Ruprecht von der Pfalz zu vermitteln, o*h mehrmals wurde ein Schiedsspruch gefällt; ν) alles half nichts, im Sommer 1359 brach die Fehde aus. Schon im April 1359 hatten Mainz, Hanau und die vier wetterauischen Reichsstädte einen Landfrieden auf zwei Jahre geschlossen, dem im Mai 1359 auch Köln beitrat. ¹⁰⁶) Diesen Landfrieden hatte Philipp von Isenburg-Grenzau gebrochen, von seiner Burg Vilmar aus hatte er verschiedene Gewalt- thätigkeiten begangen. Dafür liess Ulrich als Landvogt zum Kriege gegen ihn rüsten. Das Aufgebot zog vor Vilmar und belagerte die Stadt, die nach mehreren Wochen, Ende Juli 1359. fiel.) Aus Rache nahm nun Philipp von Isenburg vier böhmische Kaufleute gefangen, und man zog wiederum gegen ihn.¹³) Ulrich forderte daher die Stadt Frankfurt im September 1359 auf, 10 Gewappnete nach Hanau zu schicken. ¹⁰⁹) Näüheres über den Zug gegen den Isenburger erfahren wir nicht, und noch im Dezember 1359 musste der Kaiser den wetterauischen Städten die Befreiung der gefangenen Böhmen gebieten. ¹¹h) Da wir nun gar nichts weiter hören, so ist wohl anzunehmen, dass Philipp die Gefangenen bald herausgegeben hat. Als Ersatz für die Unkosten in diesem Kampfe erhielten Ulrich und die wetterauischen Reichs-

99) Belohnung an Gerlach von Mainz III, 540.

100) III, 530 vgl. 528. Böhmer, J. c. p. 709 hat nur die Bestätigung des Kaisers. Fichard a. a. 0. 0. D. Kriegk S. 80. Am 17. Sept. 1366 versölinte der Kaiser Ulrich III. mit Siegfried zum Paradies. III. 541. Am 4. Dez. 1366 gab der Kaiser der Stadt Frankfurt die Erlaubnis, das Gericht Bornheimerberg einzulösen. III, 547. Die letzte Urkunde Karls IV. an Ulrich in Frankfurter Angelegenheiten ist vom 24. Okt. 1368, wo der Kaiser Ulrich befiehlt, die Frankfurter an ihrer gemeinen Weide nicht zu beschweren. III, 580. Vgl. Anm. 1.

101) Böhmer, I. c. p. 734 enthält nur den Befehl Karls an Siegfried zum Paradies. Fichard a. a. O. 0. D. Römer-Büchner, a. a. O. S. 79. Kriegk S. 80.

102) Vgl. III, 145. 46. 50.(54). 58. 68.(69).

103) III, 167.

104) III, 213.

105) III, 231 u. Z. III, 257. 288.

106) III, 294 u. Z. Schliephake, Gesch. v. Nassau, Bd. IV S. 281. V S. 10. E. Pischer, Die Landes- verfassung unter Karl IV. S. 55 ff., vgl. III, 352 m. Z.

107) Limburger Chronik ed. Wyss Ol. G. Deutsche Chroniken IV, 1), S. 47. 48. Schliephake a. a. O. IV S. 282. V S. 10, vgl. III, 300.

108) III, 302.

109) III, 305.

110) III, 310. Schliephake a. a. O. V S. 11.