heimerberg und auf andere Reichsgüter erhöhte**) und ihm im Mai 1364 einen Warenzoll in Frankfurt verlieh, von dem freilich die Bürger von Frankfurt befreit waren.*³)
Durch alle diese Vorgänge war die Erregung innerhalb der Frankfurter Bürgerschaft nur gewachsen, und Mitte Juni 1364 brachen Unruhen aus. Man wandte sich unter Führung des Ratsherrn und Metzgers Henne Wirbel, der kurz vorher Bürgermeister gewesen war, gegen Siegfried zum Paradies, den man allgemein hasste.s*²) Siegfried begab sich wiederum zum Kaiser nach Prag, und dieser befahl die Bestrafung des Henne Wirbel und seiner Helfer.⁰) Allein sie half nicht viel, und die Wirren dauerten an bis Ende Oktober 1365. Da griff der Kaiser abermals ein. Am 2. November 1365 meldete Karl dem rebrshof Gerlach von Mainz, er habe Gottfried von Stockheim, dem Vertreter des Landvogts, geboten, die Unruhen in Frank- furt beizulegen; der Erzbischof solle nun selbst sich der Sache annehmen, wenn Stockheim säumig sei.²²) Des Kaisers Zorn richtete sich hauptsächlich gegen Heinrich im Saale, den Ulrich s. Z. zum Schultheissen gemacht hatte, ²²) und gegen drei andere Männer. 93) Karl schrieb daher Ende Dezember 1365 an Gerlach von Mainz, dem Landvogt die Einsetzung eines gecigneten Mannes als Schultheissen nahezulegen.²¹⁴) Ja, am 30. Dezember 1365 befahl. der Kaiser dem Landvogt direkt, Heinrich im Saale enrdetee en und Siegfried zum Paradies das Schultheissenamt zu übertragen;²?⁵) weiter gebot er den Schöffen Fr rankfurts, keinem Schul- theissen zu Gericht zu sitzen, den der Erzbischof von Mainz nicht für geeignet und nützlich halte. 9⁰6) Am 31. Dezember 1365 übertrug Karl die Untersuchung der Unruhen dem Erzbischof allein.*)
Es fragt sich nun, warum der Kaiser die L. eitung der Untersuchung nicht dem Land- vogt gegeben hat, dem sie doch kraft seines Amtes zukam. Einmal war Ulrich vielleicht damal szu sehr nach aussen hin beschäftigt infolge der gleichzeitigen Fehden, die er zu führen hatte. Wahrscheinlicher aber ist, dass der Kaiser die Regelung der Angelegenheit deshalb nicht an Ulrich wies, weil er dessen feindselige Gesinnung gegen Siegfried zum Paradies kannte. Der weitere Verlauf der Wirren in Frankfurt gehört nicht hierher,?s) nur soviel sei
87) III, 442.
88) III, 461 Z. Böhmer I. c. p. 692. Kriegk S. 58. Wenn Fichard S. 254 wieder behauptet, auch diese Massregel hätte dazu dienen sollen, um das Übergewicht des Landvogts in Frankfurt zu besiegeln, er hätte gar Frankfurt zum Sitz des Dynastenhauses machen wollen, so hat auch dem schon Kriegk S. 58 ent- gegengehalten, dass Ulrich damit eine sehr unkluge That begangen hätte, sie hätte ihn nur unbeliebt gemacht. Da das Bedürfnis für den Zoll bestand, so konnte ihn kein anderer als der Landvogt erheben lassen.
89) Kriegk S. 62. 63.
90) Böhmer, I. c. p. 692. Huber, Reg. Karls 4063. Kriegk S. 63. Zugleich befahl der Kaiser, den S. z. P. im Besitz des Schöffenstuhls zu lassen. vgl. Böhmer, I. c. p. 693. Huber, Reg, Karls 4065.
91) Böhmer, J. c. p. 697. Huber, Reg. K. 4225. Kriegk S. 66. Stockheim war hanauischer Vasall in Frankfurt, er besass dort eine Judenhofstatt zu Mannlehen. III, 186 Z, 200 Z.
92) Schon 1362. Kriegk S. 60.
93) Es waren der Metzger Henne Wirbel, der Schuhmacher Gerhard Rosenbusch und der Bäcker Henne Schelle. Kriegk S. 60. 61.
94) III, 512. Böhmer, J. c. p. 698. Kriegk S. 68.
95) III, 512 Z. Böhmer, IJ. c. p, 699. Kriegk S. 70. S. z. P. musste dafür an Ulrich ebenso viel Geld zahlen wie Heinrich im Saale.
96) Böhmer, I. c. p. 699. Huber, Reg. Karls 4245. Kriegk S. 68.
97) Böhmer, J. c. p. 700. Huber Reg. K. 4246. Kriegk S. 72 unten.
98) Vgl. darüber Kirchner I S. 406 ff., Fichard S. 269 ff., Römer-Büchner S. 69 ff., Kriegk S. 72
bS 8


