Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
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älteren Briefe von denvorgangen Juden verbrannt worden waren.¹¹) Weiter wurden ihm aus demselben Grunde neue Briefe über die Verpfändung des Forstes und des Schultheissen- amtes zu Frankfurt gegeben.¹²) Ferner erneuerte der König die Verpfändung des Gerichts Bornheimerberg an Ulrich,¹³) belehnte ihn mit den Juden zu Friedberg, Hanau, Babenhausen, Windecken, Steinau, Assenheim, Münzenberg und Nidda, ¹⁴) verlieh dor Stadt Steinau abermals die Rechte, Freiheiten und Gewohnheiten Gelnhausens ⁴⁵) und gewährte den Städten Hanau, Babenhausen und Windecken aufs neue die Rechte der Bürger von Frankfurt. 4⁰)

Im Februar des Jahres 1352 hatte Erzbischof Balduin von Trier im Auftrage des Königs einen Landfrieden am Rhein aufgerichtet,4?) und Karl forderte von Prag aus die wetterauischen Städte auf, diesem Landfrieden beizutreten.¹²) Vom Landvogt Ulrich hören wir dabei nichts, wohl aber brachte ihm das nächste Jahr wieder mehrere Gunstbezeugungen des Königs. Im August 1353 erlaubte ihm Karl, das Wegegeld bei Steinau zu erhöhen und einen neuen Zoll bei Sterbfritz zu erheben.¹²*) Desgleichen befahl er der Stadt Nürnberg, jährlich 1000 Pfund Heller an Ulrich auszuzahlen,5⁰) und die nämliche Summe wies der König dann Ulrich selbst an.) Eine wichtige Aufgabe fiel dagegen dem Landvogt Ulrich bei dem Landfrieden zu, den König Karl im Januar 1354 für die Gebiete zwischen Rhein, Lahn und Main verkündete.*²) Es wurden 10 Geschworene bestimmt, dazu als elfter der Landvogt der Wetterau in seiner Eigenschaft als königlicher Obermann, also als Landfriedenshauptmann. Diese Elf sollten allmonatlich in Frankfurt zum Landfriedensgericht zusammentreten. An den Landvogt, den Landrichter des Landfriedens, erging dann noch einmal besonders der Befehl, den Landfrieden zu halten und auf seine Beachtung zu dringen.)

Ulrich scheint nun auch hier seine Pflicht gethan zu haben; denn auf dem grossen Reichstag zu Nürnberg, auf dem der erste Teil der Goldenen Bulle zustande kam, erhielt er im Januar 1356 alle bisherigen Briefe, Handfesten und Freiheiten bestätigt,) und der Kaiser bewilligte Ulrichs Dorf Burgheim, dem heutigen Osterburken, einen offenen Wochenmarkt und

40) Ulmenstein, Gesch der Stadt Wetzlar I S. 400 ff. R. v. Solms-Laubach, a. a. O. S. 31 oben.

41) III, 37. Die Urkunden scheinen hiernach den Juden verpfändet gewesen zu sein. Der Ausdruck vorgangen Juden lässt ausserdem darauf schliessen, dass auch im hanauischen Gebiet damals Judenverfol- gungen stattfanden, was auch Wernusky, Gesch. Karls IV., Bd. II S. 251 andeutet. Vgl. sonst dazu Stobbe, Die Juden in Deutschland während des Mittelalters S. 188 ff.

42) III, 38. Böhmer, c. d. M. p. 619.

43) III, 39. Vgl. Scharf, Die Grafschaft Bornheimerberg, im Archiv f. Frankf. Gesch. und Kunst, N. F. Bd. V S. 323 ff.

44) III, 40, vgl. III, 115.

45) III, 41.

46) III, 42.

47) Huber, Reg. Karls Reichssachen 151. 152. Werunsky, a. a. O. II S. 346. Dominicus, Baldewin von Trier, S. 564 ff.

48) III, 61, vgl. III, 62 m. Zusatz. E. Fischer, Die Landfriedensverfassung unter Karl IV. Gött. Diss. S. 54. 56.

49) III, 76.

50) III, 82, vgl. die Zusätze.

51) III, 83.

52) III, 95, vgl. 96 m. Zusätzen. Böhmer, c. d. M. p. 628 633. E. Fischer, a. a. 0. S. 57 ff.

53) III, 111.

54) III, 153.