Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
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von Hanau zu bekriegen. ²⁰) Am 2. Dezember 1345 dagegen übertrug Kaiser Ludwig das Amt an Walram von Sponheim, ²⁷) der es sicher bis zum 30. September 1347 geführt hat. ²) Nachdem dann eine kurze Zeit Erzbischof Balduin von Trier die Landvogteien im Speiergau und in der Wetterau zusammen verwaltet hatte, ²³) fiel die Wahl Karls IV. auf Ulrich III. von Hanau, den er durch Diplom vom 8. Juni 1349 zum Landvogt in der Wetterau ernannte. ³⁰)

Ulrich III. von Hanau(1346 1370) war der älteste Sohn Ulrichs II.; seit 1326 er- scheint er in Urkunden neben seinem Vater oder allein. ³¹) Von vornherein stand er wie der Vater treu zu Karl IV., und wir finden ihn oft am Hofe des Königs.¹³²) Auch als Günther von Schwarzburg in der Wetterau mehrfach Anhang fand, ³³) hielt Ulrich III. zu Karl, und als der Kampf entschieden war, empfing der Hanauer gewissermassen als Belohnung für seine Anhänglichkeit und als Zeichen des königlichen Vertrauens die Landvogtei und die Erlaubnis, Reichspfandschaften an sich zu lösen. Dazu versprach der König, den Landvogt ohne seine Zustimmung nie seines Amtes zu entsetzen. ³⁴)

Ulrich III. hat nun als Landvogt in der Wetterau eine rege Thätigkeit entfaltet und das Amt bis an sein Lebensende bekleidet.?) Damals es war im Sommer 1349 lag die Reichsstadt Wetzlar in Fehde mit den Grafen Johann und Bernhard von Solms, ³⁰) und König Karl hatte der Stadt Beistand gegen die Grafen versprochen. Der Landvogt Ulrich von Hanau, Philipp von Falkenstein und Gottfried von Eppstein sollten mit 200 Helmen und dem Reichsbanner vor dem 24. Juni 1349 vor Hohensolms rücken und die Feste belagern und zerstören.?) Weiter erklärte der König, er habe die genannten Herren gebeten, den Grafen von Solms zu entsagen und der Stadt Wetzlar beizustehen, er, der König selbst wolle allen Schaden ersetzen.**) Das half denn auch, Hohensolms wurde alsbald eingenommen und zerstört. ³⁹⁵) Der Friede zwischen Wetzlar und den Grafen von Solms kam erst 1351 zustande. ¹⁰)

In demselben Jahre empfing der Landvogt Ulrich die Belohnung für seine Thätigkeit Er erschien im August 1351 vor dem Könige in Pirna und nahm von da eine Anzahl Gnaden- beweise mit nach Hause. Er wurde aufs neue mit den Reichslehen belehnt, nachdem die

26) II, 678. 27) Böhmer, Reg. Lud. 2458. Moshack a. a. O. S. 11 nach einer anderen abgeleiteten Quelle. 28) Böhmer, Reg. Ludw. Add. III. 3560. 29) Moshack a. a. O. S. 11 nach Huber, Reg. Karls IV. 475. 30) II, 779. 31) So II, 488. 518. 19. 23 ff. u. a. 32) Huber, Reg. Karls IV. 334. Vgl. II, 736. 33) II, 765 767. 34) S. auch II, 779 Zusatz. 35) Irrtümlicherweise behauptet Moshack a. a. O. S. 11, dass Ulrich III. von Hanau nur bis Ende 1365 Landvogt gewesen wäre. Ulrich ist bis an sein Lebensende Landvogt geblieben, wenn er auch zeitweise die Gunst des Kaisers eingebüsst hat. Die von Moshack angezogene Stelle aus Böhmer, c. d. Moenofr. p. 731, stammt zudem aus dem Juni 1372, also aus einer Zeit, wo Ulrich III. schon tot war. Vgl. III, 607. 36) R. v. Solms-Laubach, Gesch. des Hauses Sohns, S. 30. 37) Huber, Reg. Karls 983. 38) II, 781. von der Ropp giebt ein Regest im N. Archiv XVI S. 627. 628. 39) Annal. brev. Solm. bei Böhmer, Fontes IV p. 449. N. Archiv XVI S. 628. Wigand, Wetzlar. Beiträge(Aufsatz von G. Landau über Hohensolms) S. 195 196.