Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
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11 münzenbergischen Erbschaft, ¹¹) beschäftigt, und König Albrecht befand sich auf einem Feldzug gegen Wenzel von Böhmen. ¹⁵) Erst im Jahre 1305 erscheint Ulrich wieder in der Um- gebung des Königs. Er heteiligte sich am Zuge Albrechts gegen Eberhard von Württem- berg ¹⁶) und erhielt zur Belohnung vor Schwäbisch-Hall die Reichslehen, welche Konrad von Issigheim gehabt hatte,¹?) sowie im Feldlager vor Oberboihingen die durch den Tod der Herren von Goddelau und der Keppler von Rödelheim erledigten Reichslehen.¹s*) Zu Anfang des Jahres 1306, jedenfalls vor dem 6. März 1306, ist dann Ulrich I. gestorben.¹⁵)

Nach dem Tode Ulrichs I. folgte ihm im hanauischen Territorium sein ältester Sohn Clrich II.(1306 1346). Dass Ulrich II. beim Tode des Vaters noch nicht mündig war, er- sehen wir daraus, dass König Albrecht im Juli 1306 Ulrichs Schwester Adelheid die Nachfolge in den Reichslehen zusagte, falls ihr Bruder, der in der Urkunde nobilis puer genannt wird, ohne Erben stürbe. ²⁰) Mit dieser Minderjährigkeit Ulrichs hängt es wohl auch zusammen, dass König Heinrich VII. nicht ihn, sondern Eberhard von Breuberg im Jahre 1309 zum Landvogt in der Wetterau ernannte.)

Da nun eine ausführlichere Darstellung der Thätigkeit Ulrichs II. von Hanau nicht in den Rahmen dieser Abhandlung gehört, so sei nur kurz erwähnt, dass er es später an Thatkraft und Umsicht nicht fehlen liess. Wenn Ulrich II. dennoch für das Amt des Landvogts unter Ludwig dem Bayern nicht in Betracht gekommen zu sein scheint, so müssen andere Gründe dafür massgebend gewesen sein. Vielleicht hat der König auch in den Zeiten, als Ulrich treu zu ihm stand, von der Ernennung des Hanauers zum Landvogt abgesehen, weil er verhüten wollte, dass das Amt in einer Familie erblich würde. Andere Gründe wenigstens für die Ubergehung Ulrichs II. kennen wir nicht. Landvogt in der Wetteraun war im Jahre 1322, nachdem Eberhard von Breuberg zurückgetreten war, Konrad von Trimberg, ²²) wir erfahren jedoch von seiner Thätigkeit in dieser Hinsicht sonst nichts. Schon am 30. Mai 1324 wurde Gottfried von Eppstein ernannt, ²³) den wir bis zum 4. Mai 1337 in dieser Stellung nachweisen könmnen. ²4*) Auf ihn folgte Friedrich von Hutten. Er wird am 30. Juli 1341 Landvogt in der Wetterau und Schultheiss zu Frankfurt genannt ²⁵) und erhielt im Jahre 1345 vom Kaiser den Auftrag, den zum Gegenkönig Karl IV. abgefallenen Ulrich

14) II, 40. 42. 43.

15) Mücke a. a. O. S. 139 ff.

16) Chr. F. v. Stälin, Wirtemberg. Gesch. III S. 106 ff.

17) II, 52.

18) II. 55.

19) II, 59 Anm. 1.

20) II, 60 vgl. dazu II, 87.

21) Vgl. II, 86. Kopp a. a. O. IV, 1 S. 44. Eigenbrodt im Archiv I S. 468. Moshack a. a. 0. S. 9.

22) II, 221 Zusatz. UÜber die Herren von Trimberg(Sdl. Kissingen) s. Han. Mitt. Heft 6 S. 1 22.

23) Böhmer, Reg. Ludw. 723. Die Angabe Böhmers im Archiv I S. 343, der auch Moshack a. a. O. S. 10 folgt, dass Gottfried von Eppstein schon am 6. Dez. 1321 zum Landvogt ernannt worden sei, ist daher nicht weiter zu halten trotz der dort gegebenen Belegstelle aus Moser, Staatsrecht der Reichsgrafschaft Sayn 349.

24) II, 481, vgl. Frankf. Invent. I, 1(Reichssachen). Auffallend ist, dass G. v. E. am 4. Juli 1333 aber- mals zum Landvogt ernannt wurde. II, 404. Doch erklärt sich dies wohl daraus, wie Moshack a. a. O. ausführt, dass G. V. E. das Amt des geringen Einkommens halber niederlegte 1328 hat er dies schon gethan II, 342 und es erst wieder aufnahm, als der König ihm die Einkünfte aufbesserte, was am 4. Juli 1333 jedenfalls geschah. Sencken- berg, Selecta I. 198. Trotzdem legte G. v. E. sein Amt abermals nieder. Sonst ist er noch bis 1346 nachweisbar. II. 710.

25) Böhmer, cod. dipl. Moenofr. p. 575. Landau, Ritterburgen III S. 230.