Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
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Hanau an und starb vor 1243.5) Mit dessen Neffen Reinhard I. von Hanau beginnt seit 1243 die sicher beglaubigte Gescbchd.

Um die Mitte des 13. TäirRsäderis erscheint also Reinhard I. von Hanau als nobilis de Hagenowe, als freier Herr von Hanau. Die Besitzungen seines Hauses lagen um die Burg Hanau und umfassten im allgemeinen die Ortschaften des späteren Amtes Bücherthal. Dazu kamen Güter am Südwestabhang des Vogelsbergs, ¹⁰) am Taunus ¹¹) und am Nordfuss des Spessarts ¹²) bei Gelnhausen. Doch gelang es Reinhard bald, diesen anfangs unbedeuten- den Besitz erheblich zu vergrössern. Er war vermählt mit Adelheid, der Schwester Ulrichs II., des letzten Herren von Münzenberg. Ulrich starb im Jahre 1255, und aus der damit eröffneten münzenbergischen Erbschaft ¹³) erhielt Hanau nach langen Streitigkeiten mit den übrigen Erben die Herrschaft Babenhausen, ¹¹) sowie Anteil an den Herrschaften Münzenberg, Assenheim und Hain.¹⁵) Reinhard hatte damit Besitzungen auch südlich vom Main erhealten und war durch seinen Anteil an Münzenberg und Assenheim, sowie durch die Belehnung mit Windecken und Ostheim, die ihm 1262 Bischof Berthold von Bamberg übertrug, ¹6) einer der begütertsten Herren der Wetterau geworden.

Im Reiche sah es damals traurig aus. König Konrad IV. war nach Italien gezogen, um sich dort sein väterliches Erbe zu erkümpfen; sein Gegenkönig Wilhelm von Holland fand daher mehr und mehr Anhang in der Wetterau, und auch Reinhard von Hanau wandte sich ihm zu. ¹*) Wie er sich nach Wilhelms Tode(1256) zu König Richard stellte, wissen wir nicht, wohl aber war er für die Wahl Rudolfs von Habsburg thätig, soweit er dies vermochte. Als Verwandter und Freund des mächtigen Erzbischofs Werner von Mainz ¹⁸) begleitete Reinhard diesen 1260 nach Italien ¹*) und erscheint auch sonst als dessen rechte Hand. gamentlich bei den Verhandlungen, welche der Wahl König Rudolfs vorangingen, zeigte sich dies. Denn hier ist Reinhard zusammen mit Friedrich von Nürnberg Zeuge bei dem Bündnis Werners mit dem Pfalzgrafen Ludwig, ²⁰) er wirkt im Auftrage des Erzbischofs, als dieser mit dem Landgrafen von Thüringen über die Königswahl verhandelt ²¹), und weiter gehörte er zu

8) I, 226 vergl. IV Nachtrag 3.

9) Der besseren Übersicht halber sei die Geschlechtstafel der Linie Dorfelden-Hanau hier beigefügt. Konrad v. Dorfelden 1166. Reinh. I. v. Dorf. Reinh. II. v. Dorf. 1191. Heinrich I. v. Hanau. Reinh. III. v. Dorf. Heinr. II. v. Han. Heinr. III. v. Han. Reinh. I. v. Hanau, seit 1243. 10) 1, 118.

11) IV, Nachtrag 3.

12) I, 262.

13) UÜber die Geschichte der Herren von Münzenberg vgl. Grüssner, Diplom. Beiträge, 3. Stück, 1776. Domnnerich a. a. 0. S. 17 27. Rehm a. a. 0. S. 121135. Die münzenbergische Erbschaft im allgemeinen bei Dommerich a. a. O. S. 27 32. Dass Ulrich II. von Münzenberg 1255 starb, geht aus I, 312 hervor.

14) 1, 568. Kontrahirter Inhalt der Beschreibung der Han. münz. Landen, Beilage 2.

15) I, 672, Grüssner a. a. O0.§. 207.

16) I, 384.

17) I, 305.

18) Reinhard war der Sohn einer Schwester Werners. von der Ropp, Erzbischof Werner von Mainz, S. 64 Anm. 5, vgl. Wenck, Hess. Landesgeschichte I, S. 266.

19) I, 369.

20) v. d. Ropp a. a. 0O. S. 66 u. Reg. 208.

21) v. d. Ropp a. a. O. S. 74 Anm. 4..