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Wchtl. Klaſſe. Stdn.⸗ Lehrgegenſtände. Zahl. 12) Maturgeſchichte.
III 2 Im Winter: Zoologie: Beſchreibung ein⸗ heimiſcher Tiere als Repräſentantur für Ab⸗ teilungen von natürlichen Abteilungen.
Im Sommer: Beſchreibung mitgebrachter Pflanzen und Einübung der Terminologie an denſelben.
Leitfaden Lüben, I. Kurſus.
I 2 Die wichtigſten Gattungen des Tier⸗ und Pflanzenreichs, zum Schluß eine Üüberſicht über das Tier⸗ und Pflanzenreich.
Leitfaden von Lüben, II. Kurſus.
1 Mineralogie: Begriffserklärungen.— Kennzeichenlehre.— Beſchreibung der techniſch wichtigeren Mineralien. Einiges aus der Geognoſie.
13) Geographie.
III 2 Allgemeine Umriſſe der mathematiſchen, phyſikaliſchen und politiſchen Geographie.— Chorographie von Europa.
14) Buchhaltung. I 2 Einfache und doppelte Buchhaltung. 15) Schönſchreiben.
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16) Singen. Einüben von Volks⸗ und anderen Liedern. Choralmelodieen(rhytmiſch).
Inſpektor Pfarrer Grau: Religion 9 Std. Geſchichte 2„ 2. Lehrer Breunung: Franzöſiſch 13 Std. — 24 Std
8 11 Std.
Engliſch 5.„ Deutſch 6 3. Lehrer Dr. Hempfing: Geographie 4 Std. Encyklopädie 7„ Naturgeſchichte 4„
„
Geometrie 24 Std.
3 Deutſch 3„ 3
Arithmetik ilfslehrer Sandrock: viidle 17 Std. Geometrie 5„ 29 Std.
Rechnen Deſkript. Zeichnen 7„
Zeichenlehrer Creuzer:
Freihandzeichnen 16 Std. Elementarlehrer Bücking: ) 48.
Schönſchreiben 2 Std. Singen 21„
Das Eigentümliche und von anderen ähnlichen Schulen Differierende dieſes Lehrplanes beſteht darin, daß die 1. Klaſſe in zwei Abteilungen zerfällt: eine kauf⸗ männiſche und eine baugewerkliche; beide unter⸗ ſcheiden ſich dadurch, daß die erſte Abteilung 10 Stunden
Franzöſiſch und Engliſch hat, während die zweite Ab⸗ teilung zu dieſer Zeit im techniſchen Zeichnen und in deſkriptiver Geometrie unterrichtet wird.
Im anfänglichen Lehrplan war dieſe Trennung ſchon für die zweite Klaſſe geplant; bei der Bildung der Klaſſen zur Zeit der Eröffnung der Schule ſtellte ſich jedoch heraus, daß die Schüler dieſer Klaſſe noch nicht in dem Alter waren, in dem ſie ſich für die eine oder andere Abteilung entſcheiden konnten, deshalb hielt es der Vorſtand für zweckmäßig, ſie der kaufmänniſchen Ab⸗ teilung zuzuweiſen.
In dem am Schluſſe des Winterſemeſters und des Jahreskurſus erſtatteten Bericht ſpricht der Vorſtand ſich entſchieden für Beibehaltung dieſer Anderung des Lehr⸗ plans aus. Von der vorgeſetzten Behörde wurde ſie begründet gefunden und belaſſen.
In dem an Kurfürſtl. Miniſterium erſtatteten Bericht glaubt die Regierung„den Geſamtzuſtand der Anſtalt als befriedigend, ihr erfolgreiches Wirken als im Wachſen begriffen und zu noch günſtigeren Erwartungen be⸗ rechtigend bezeichnen zu dürfen.“ Auch wurde eine Aufbeſſerung des Gehaltes des zweiten und dritten Lehrers nachdrücklichſt befürwortet.
Der ruhige Gang des Unterrichts wurde leider ſchon im Anfange des zweiten Jahreskurſus auf einige Wochen unterbrochen. Wegen einer herrſchenden Typhusepidemie mußte am 11. Dezember 1855 die Schule geſchloſſen werden; da nicht nur eine große Anzahl Schüler er⸗ krankt war, ſondern auch viele auswärtige Schüler auf Wunſch ihrer beſorgten Eltern Marburg verlaſſen mußten. Schon beim erſten Auftreten des Typhus erlag ihm der Lehrer Sandrock, der zu den beſten Hoffnungen be⸗ rechnete und ſo gern ſeinen bedrängten Eltern eine Stütze geworden wäre; mit Recht wurde er von Lehrern und Schülern betrauert.
Der Vorſtand bemühte ſich, die erledigte Stelle durch einen anderen in ähnlicher Weiſe auf der höheren Ge⸗ werbeſchule zu Caſſel vorgebildeten Lehrer zu erſetzen. Der Direktor dieſer Anſtalt, Dr. Hehl, empfahl hierzu den Realſchulamts⸗-Aſpirant L. Th. Scheele aus Hof⸗ geismar(geboren 11. April 1834),„welcher die ſichere Ausſicht biete, das von dem verſtorbenen tüchtigen Lehrer Sandrock begonnene Werk weiter zu fördern.“ Es wurde ihm mit dem 31. Dezember 1855 die Stelle eines erſten Hilfslehrers an der Realſchule unter der Bedingung übertragen, daß er genügende Zeugniſſe über ſein ſittliches und politiſches Verhalten alsbald beibringe und innerhalb 6 Monaten der vorgeſchriebenen Real⸗ lehrerprüfung in der deſkriptiven Geometrie und im architektoniſchen Zeichnen ſich unterwerfe und gut beſtehe.
Auf Antrag der Regierung wurde Kandidat L. Th. Scheele durch Reſkript Kurfürſtl. Miniſteriums des Innern vom 8. Januar 1856 zum erſten Hilfslehrer an der Realſchule beſtellt..
Auch noch in anderer Weiſe wurde die neue Real⸗ ſchule von der Typhusepidemie hindernd berührt, indem der zweite Hauptlehrer Breunung anfangs November erkrankte und beim Beginn des Unterrichts im neuen Jahr nach ärztlichem Zeugnis noch keine Ausſicht bot, vor Ablauf von zwei Monaten wieder unterrichten zu


