Aufsatz 
Abhandlung des Gymnasiallehrers Dr. Buchenau über Burcard Waldis
Entstehung
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zweiter Hans Sachs, dem emſigen Betriebe ſeines Geſchäftes zu. Dieſes fuhrte ihn auf die Märkte und in die großen Handelsplätze, von denen er im Eſopus gelegentlich ſo manche nennt: von ausländiſchen Orten: Liſſabon(lI, 18), Amſterdam(IV, 50); von deutſchen: Einbeck(ebendaſ.), Mainz(IV, 65), Breslau(IV, 23), Worms und Speier(IV, 28), Naumburg ¹⁹)(IV, 38), endlich Lübeck ²⁰),(IV, 13) von welcher letztern Stadt aus er oftmals theils zu Land, theils zu Waſſer die Reiſe nach dem fernen Liefland machte, nicht immer ohne Gefahr des Lebens, wie er denn in der zuletzt genannten Fabel höchſt lebendig den ſchweren Sturm ſchildert, der ſein Schiff bei der Inſel Gothland zu verſenken drohte.

Zum Schluſſe des Rigaer Aufenthaltes unſeres Waldis bleibt mir nun noch einer Be gebenheit zu gedenken, welche nothwendig in dieſe Jahre von 1524 bis ungefähr 1540 fallen muß, und die wieder einmal zu den Räthſeln in dem Leben des wunderbaren Mannes zu rechnen iſt, deren Aufklärung vielleicht niemals gelingen, vielleicht einer ſpätern Zeit vorbehalten ſein wird, wo durch ein günſtiges Geſchick noch andere Urkunden zu Tage gekommen ſein werden, als uns jetzt zu Gebote ſtehen.

Indem nemlich der Dichter im Jahre 1552 ſeinen Pſalter ſeinen beiden Brüdern Hans und Bernhard in dankbarer Erinnerung an ihre ihm einſt bewieſene brüderliche Liebe widmet, ſchreibt er in der VorredeDieweil mich Gott der Allmechtig, durch euch /als durch verordente onnd bequeme mittel ſonderlich darzuͤ geſchicket alſo gar wunderlich, weit über mein vnnd aller menſchenn hoffen/ Nach dem ich, vnnd alle die vnſern/ auch ſunſt jedermeniglich, an mir gar vnd gantz verzagt hetten, Auß meiner ſchweren gefenkniß vnd rachen des tods, welchen ich faſt in die drithalb jar/ mit groſſer beſchwerung verhafft, dazu mit ſcharpffer Tortur vnd bedrawung peinlich erſucht vn angegriffen/ gnediglich erlößt/ vnd froͤlich wider heym hat bracht. Darzu hat ſich auch jedermeniglich, beyd hohes vnnd nidrigs ſtands/ nit gnuͤgſam verwundern konen/ habens auch für ein hoch groß vn theur werck/ vnnd zeychen der rechten vngeferbten, waren/ bruͤderlichen liebe angeſehen/ geacht vnd gehalten/ daß jr ewer gelegenheyt nach/ euch derhalben/ von ewern lieben weiben vnd kindern, von alle dem ewern zu waſſer vn zu lande/ vber zweihundert meile in ſo frembde, vnbekante, vnd weit abgelegene lande/ vnd ſonderlich, inn ſolchen beſchwerlichen vnnd fehrlichen ſachen/ alſo tieff eingelaſſen, vnd in ſo groſſe fahr leibs vnd lebens habt begeben moͤgen/ Auff das jhr mich ewern lieben vnd leiblichen bruͤder widerumb ſehen, vnd mit goͤttlicher hülff loß vnd ledig mocht machen. Danndeditiert er ihnendiſen gegenwertigen verdeutſchten Pſalter welchen ich in obge melter gefeuckniß zum tail gemacht die langweilige vnnd beſchwerliche gedancken vnd Teuffeliche anfechtung damit zuuertreiben, odder je zum theyl zu vermindern. Außer dieſer Stelle hat

19) Neuwnburg nicht Nürnberg in Thüringen, wie Höofer ſchreibt. 20) Einsmals da ich zu Luͤbeck war Gdacht nach Riga mit meiner wahr u. ſ. w.

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