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Stadt das höchſte Anſehen verſchafft haben. Dafür ſpricht eine kleine, in niederdeutſcher Proſa abgefaßte Schrift des Dichters, welche erſt im Jahre 1855 bei der neuen Regiſtrirung des Rigaiſchen Raths-Archives wieder aufgefunden und von dem um Lieflands Geſchichte hochver⸗ dienten Dr. C. E. Napiersky im VIII. Band, 2. Heft der Mittheilungen aus der livländiſchen Geſchichte. Riga 1856. S. 330 ff. ſorgfältig und mit einem Faeſimile des Dichters verſehen zum Abdruck gebracht worden iſt. Es iſt dies ein auf Erfordern des Rathes zu Riga erſtattetes Gutachten über eine Umſtempelung, reſp. Erhöhung der bisherigen Schillingſtücke von 3 auf 4 Pfennige. Leider enthält das Aktenſtück kein Datum, doch hat Napiersky aus der Erwähnung eines Rathsherrn Hinrick Götte wenigſtens ſoviel feſtgeſtellt, daß es in dem Zeitraum von 1524, wo jener Götte in den Rath kam, bis 1540, wo er ſtarb, geſchrieben ſein muß. Goödeke hat es in ſeinem Grundriß als um 1524 abgefaßt bezeichnet, jedenfalls mit Unrecht, da Waldis gleich im Eingang eines von ihm ſchon früher über denſelben Gegenſtand abgefaßten ſchrift⸗ lichen Gutachtens gedenkt und nicht wohl anzunehmen iſt, daß ihn der Rath ſchon im Jahre ſeiner Bekehrung mit einer ſo wichtigen Sache betraut habe. Wenn es vielmehr wahrſchein⸗ licher iſt, daß erſt das Faſtnachtſpiel vom verlornen Sohn das Anſehen des frühern Mönches bei der für das Evangelium begeiſterten Bürgerſchaft gründete, ſo werden wir mit mehr Recht ebenſo dieſes, wie das verlorengegangene frühere Gutachten über denſelben Gegenſtand erſt nach dem Jahre 1527 ſetzen. Warum man gerade ihn in Münzſachen zum Rathgeber gewählt, iſt wieder eine ſchwer zu beantwortende Frage; vielleicht, wie Napiersky meint, wegen ſeines Handwerkes, durch welches er Kenntniſſe in Metallſachen beſeſſen habe; vielleicht auch wegen ſeiner durch die vielen Reiſen gewonnenen Welterfahrung, die bei ſolchen Münzänderungen beſonders ſchwer ins Gewicht fällt. Es freut mich übrigens, verſichern zu können, daß unſer weit⸗ gereiſter und vielgewandter Landsmann nach Ausweis dieſes Gutachtens ſich auch in Münzſachen als einen praktiſchen und einſichtsvollen Rathgeber und als einen wohlgeſinnten und für das allge⸗ meine Beſte beſorgten Bürger bewährt hat.
Außer dem Faſtnachtſpiel und dieſem Münzgutachten bearbeitete B. Waldis, wie aus dem Anhange zu der Ausgabe des erſtern hervorgeht, während des Rigaer Aufenthaltes einen Theil der Pſalmen, und, wie aus dem Eſopus erhellt, einzelne Fabeln. Sodann war er auch wohl nicht unbetheiligt an der Abfaſſung der Rigaiſchen Kirchenordnnng, wenn uns auch die Lief⸗ ländiſchen Geſchichtſchreiber(S. Monumenta Livoniae antiquae IV. S. CXXVD als Verfaſſer derſelben nur Knöpken, Tegetmeier und den gelehrten Joh. Brismann nennen. Der erſte Druck jener Kirchenordnung vom J. 1530 iſt zwar nicht mehr vorhanden, aber in der Ausgabe von 1537 findet ſich nach der erſten Vorrede ein bei Mittler wieder abgedruücktes hochdeutſches „gebedt zu Godt“ in Reimpaaren, deſſen Schluß den Verfaſſer nennt:„Welleſtu gnediglich ab⸗ wenden Auff das wyrs reyn an allen enden Behalten mugen vnd vns geben Durchs ſelbig wort das ewig leben Welchs du vorheiſſen haſt gewis Wunſcht allen Burckart waldis.“
Die ihm von dieſen litterariſchen Beſchäftigungen übrig bleibende Zeit wendete er, ein


