Aufsatz 
Abhandlung des Gymnasiallehrers Dr. Buchenau über Burcard Waldis
Entstehung
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Da auch durch ſchickung göttlichen Willens einer oder die Byde Testamentarij todtlich abgehen würden, ſollen aus meiner des Testatoris nächſten gewandten freundſchaft anderer Zween Successores erwehlt und geordnet, welche zu Verrichtung dieſes Testaments täglich und treulich angeſehen, mit denen ſoll es in aller maße wie ehrlich unterſchiedlich geſetzt, ordentlich gehalten werden und ſollen dieſe meine Zween Testamentarij neben den andern zween geordneten über die Spände Acker erklährten meine donation alſo Verrichten, wie Sie es gedenken für den Richter Stuhl unſeres Herrn Jeſu Chriſti zu Verantwordten.

Demnach will Ich Bernhard Waldiss Vor mich meine Erben und Erbnehmer einem Ehrbahren Rath Ihnen und Ihren Nachkommen ſolch mein Testament und zwölften Theil der pfannen öff Ihr Wahrheit mit macht dieſes Briefs endlich in Gottes nahmen befohlen haben, mit freundlich und demüthiger Bitte, Sie wollen als fleißige Executores ob dieſem meinem Testament halten, Setze hiermit einen Ehrbahren Rath und alle Ihre Nachkommen alſ rechte Erben in ſolch mein übergeben Zwölften Theil der pfännen mit ewieger Verzicht, doch alles meiner andern Güthern ohnſchädlich.

Dieſen zu einer Veſten uhrkunde habe Ich Bernhard Waldis mein gewöhnlich pitſchier an dieſen Brief gehangen und fürter zu mehrerer Beſtätigung habe Ich für mich und meine Erben den Ehrſahme und Wohlweiße herrn Schultze Bürger Meiſter und Rath zu Allendorf an der Werra fleißieg gebethen Ihrr Inſiegell neben dem meinigen an dieſen Brief zu hangen welches Ich Berthold Kempff dießer Zeit Schultheiß alſo geſchehen bekenne, und Wir Burger Meiſter und Rath zu Allendorf Bekennen Vor Unß und unßerr Nachkommen, daß Wir ſolche donation und disposition willig angenommen und derſelbe auch treulich nachkommen ſollen und wollen, ohne alle gefährde.

Actum Allendorf d. 2. Decbr. 1564. Bernhard Waldiss.

Dies Teſtament, ein ehrenwerthes Zeugniß für den treuherzigen und edelgeſinnten Erblaſſer, läßt uns einen Blick auf den Reichthum und die wohlthätige Geſinnung der ganzen Familie thun, die ſchon früher ſoviel den Armen geſtiftet hatte, daß die geſchenkten Aecker(in eben jener Waldiß liegend) den beſondern Namen dieSpände⸗Aecker erhalten, und daß jener Bernhard Waldis mit einem gerechten Stolze auf ſeineliebe VorEltern und Geſipte hin ſchauen und ſich ſo edler Vorfahren rühmen konnte.

Um nun zu dem Namen der Familie zurückzukehren, ſo halte ich es für wahrſcheinlich, daß derſelbe, eben ſo wie der des Dorfes Wahlhauſen und des BezirkesWaldiß von dem Bache Wahlſe herzuleiten iſt, und daß die beſonders an dieſem Bache, wohl auch in dem Dorfe begüterte Familie ſich daherWaldis nannte. Dabei verdient bemerkt zu werden, daß der Name der Familie nicht immer Waldis geſchrieben wird; ſo z. B. führt Kopp, Beytrag zur Geſch. d. Salzwerkes Soden bei Allendorf Marb. 1788. S. 79. eine Urkunde an, in welcher