wegen, theils und vor Allem aber, weil aus ihnen allein die Lücken ergänzt werden können, welche der Biograph in Waldis' Leben noch immer zu beklagen hat. Ich beſcheide mich gern, daß es auch mir nicht gelungen iſt, ſo manche Räthſel in den Schickſalen dieſes Mannes zu löſen, der ſeine Laufbahn als Mönch beginnt, dann die Religion wechſelt und zu einem Handwerke übergeht und endlich als evangeliſcher Pfarrer ſeine Tage beſchließt. Vielleicht wird es, wenn Archive und Bibliotheken zu dieſem Zwecke noch genauer durchforſcht ſein werden, einer ſpätern Zeit vorbehalten ſein, den innern Zuſammenhang in dieſen Dingen beſſer aufzuhellen, als es auch mir mit den jetzt zu Gebote ſtehenden Mitteln möglich war.
Die folgende Darſtellung wird alſo zwei Geſichtspunkte in's Auge faſſen: zuerſt ſoll das Leben des Burcard Waldis erzählt werden, ſodann werden die Schriften desſelben in der für den Litterarhiſtoriker wünſchenswerthen Ausdehnung und Genauigkeit aufgeführt werden.
Die von mir benutzten ausführlicheren Vorarbeiten waren: Strieder, Grundlage z. e. heſſ. Gelehrten⸗ und Schriftſtellergeſch. Bd. XVI. S. 423 ff. A. Höfer, Denkm. niederdeutſch. Spr. Greifsw. 1851.(Bd. II. enthält B. Waldis' Parabel vom verlornen Sohn nebſt einer Einleitung.) K. Gödeke, Burchard Waldis. Hanover 1852. G. G. Gervinus, Geſch. der deutſch. Dichtung. 4. Ausg. Lpz. 1853. Bd. III. S. 47 ff. F. L. Mittler, Herzog Heinrichs v. Braunſchw. Klagelied. Mit einem Nachwort üb. d. Leben u. d. Dichtungen d. B. Waldis. Kaſſel 1855.(Vermehrter Abdruck aus d. heſſ. Jahrb. für 1855.) C. A. Berckholz, Burchart Waldis im J. 1527 in Riga. Riga 1855. C. E. Napiersky in d. Mittheilungen aus d. livländ. Geſch. Riga 1856. u. 57. Bd. VIII. S. 330— 336. u. S. 509. K. Gödeke, Grundr. zur Geſch. d. deutſch. Dichtung. Hanover 1857. S. 362 ff.
Am Schluſſe dieſes Vorwortes habe ich noch eine angenehme Pflicht zu erfüllen, nemlich allen denjenigen zu danken, welche mittelbar oder unmittelbar durch Rath und That mich bei dieſer Arbeit unterſtützten: vor Allem Hrn. Pfarrvicar O. Eiſenberg zu Abterode, Hrn. K. Gödeke zu Celle und Hrn. Regierungsrath Mittler zu Kaſſel.
Marburg, am 31. Januar 1858. Dr. G. Buchenau.


