Aufsatz 
Zur Statistik des Lyceum Fridericianum für den Zeitraum von 1779 bis 1835 / von Friedrich Georg Karl Groß
Entstehung
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IV

bis Winterſemeſter 1794/5 vorhanden. Und ſelbſt dieſe ſind ſo ungleichmäßig geführt, daß namentlich die Schreibung der Zunamen, ſowie die Angabe der Vornamen gemwaltig variiert, letztere auch nicht ſelten ganz weggelaßen worden ſind, ſo daß die Verfolgung der einzelnen Schüler durch die verſchiedenen Claſſen äußerſt erſchwert iſt. Wo aber die erwähnten Claſſenbücher ganz fehlen, da haben die Quartal⸗Schulgelds⸗Erhebeliſten an deren Stelle treten müßen, welche noch weit weniger genau geführt ſind und daher Zweifel über Identität oder Nichtidentität der Schüler in Maſſe aufkommen laßen; die Angabe der Vornamen fehlt hier faſt überall. Einzelne Schüler ſind ſogar ganz weggeblieben. So hat z. B. Herr Salomon Hahndorf ſich mir erſt ſelbſt als Schüler des Lyceums angezeigt.

Dieſe Schwierigkeiten haben mich denn auch, ſo leid es mir war, beſtimmt, die unteren Claſſen(V. VI. VII.) ganz wegzulaßen. Einen erheblichen Theil habe ich zwar in den Vorarbeiten erledigt; ich ſah aber nachgerade ein, daß eine Feſtſtellung der verſchiedenen Perſönlichkeiten mit den gebotenen Mitteln in unzähligen Fällen nicht thunlich war, und da auch die Organiſation der Claſſen eine derartige war, daß I, II. III und IV als eigentliches Lyceum für Studierende, die übrigen für künftige Bürger und Nichtſtudierende beſtimmt waren(ſ. Weber, a. a. O. p. 305), ſo glaubte ich mir die berührte Beſchränkung um ſo eher erlauben zu dürfen, als ich nur ſo hoffen konnte, die Ermittelungen über die einzelnen Schüler wenigſtens annäherungsweiſe zu einer gewiſſen Vollſtändigkeit zu bringen. Namentlich erſcheint der Zuſammenhang der 7. Claſſe mit den übrigen als ein ſolcher, daß nur ganz ausnahmsweiſe ein Uebertritt in die nächſt folgende Abtheilung ſtattfand. Es finden ſich demnach in dem folgenden Verzeichnis nur diejenigen Lyceiſten, welche von IV ab aufwärts geſeßen haben, und auch bei dieſen iſt die Zeit ihres etwaigen Aufenthalts in den unteren Claſſen ganz un⸗ berückſichtigt geblieben, worauf ich ausdrücklich zu achten bitte. Da ferner I und II, ſowie III und IV regel⸗ mäßig combiniert waren, ſo mußte nicht ſelten, nämlich in allen Fällen, wo eine genauere Claſſification nicht zu ermitteln ſtand, die allgemeine Bezeichnung: I. II oder III. IV eintreten, während andererſeits, ſo oft es angieng, die noch genauere Scheidung zwiſchen oberer, mittlerer und unterer Abtheilung durch O., M. und U. angegeben worden iſt. Für die weſtphäliſche Zeit iſt dagegen häufig nur zu eruieren, ob ein Schüler den 3 oberen Claſſen, dem damaligen eigentlichen Lyceum, oder der 4.(vorbereitenden) Claſſe angehörte; jener erſtere Fall iſt durch L. bezeichnet worden.

Die Variationen in den Zunamen, wie in den Vornamen habe ich möglichſt genau regiſtriert, ſelbſt wenn ich das Richtige anderweitig feſtzuſtellen im Stande war. Wie aber das Einzelne in meinen Angaben, welche größere Weitläufigkeit in dieſen Dingen zu vermeiden hatten, aufzufaſſen iſt, wird hoffentlich ohne weitere Erklärung erſichtlich ſein. Beſonders haarſträubend klingt es, daß z. B. der NameGalland verſchiedentlich Holland lautet, ſowie daß Herr Rechtsanwalt Freys in Fulda abwechſelnd mit ſeinem richtigen Namen, mitunter jedoch auchFernis genannt wird. Die Stellung verſchiedener Vornamen iſt durchaus willkürlich.

Ebenſo muß ich in Betreff der Geburtsjahr⸗Angaben um Entſchuldigung bitten. Dieſelben finden ſich nämlich nur in den Claſſen⸗ oder Cenſurbüchern vor, und auch hier nicht etwa direct, ſondern in der Weiſe, daß(mit gar häufigen Rechenfehlern!) nur die Zahl der Jahre angegeben iſt, wie alt die Schüler zur Zeit der Frühjahrs⸗ oder Herbſtprüfung geworden ſind. Meine Angaben können daher ſehr leicht um 1 Jahr, wenn nicht noch mehr, von der Wahrheit abweichen.

Auch die Angaben über den Stand des Vaters kommen faſt ausnahmslos nur in jenen Claſſenbüchern vor und beziehen ſich daher mit geringen Ausnahmen lediglich auf die Zeiten der Einträge. Ich habe dies unverändert ſo beibehalten und mir nur, wo es, zur Kenntlichmachung der Perſönlichkeiten, zweckmäßig erſchien, hier und da erlaubt, die letzte Lebensſtellung des Vaters in Klammern, z. B.( als....) einzufügen.

Ebenſo enthält die letzte Columne des Schüler⸗Verzeichniſſes(aus denſelben Claſſenbüchern) nur Notizen für die Zeit des Abgangs, und es ſind dieſe ſelbſtverſtändlich weggelaßen worden, wenn ſie für die Feſtſtellung der Perſon ohne Werth ſind.