Vorwort.
Mit derſelben Luſt und Liebe, der jene„Statiſtiſchen Rückblicke auf die Geſchichte des Gymnaſiums“, welche zur Erinnerung an das 25 jährige Beſtehen des Gymnaſiums im Jahre 1860 von mir bearbeitet wurden und, zum Theil, als Inhalt des Schulprogramms für das folgende Jahr erſchienen, ihren Urſprung verdanken: habe ich auch nachfolgende ähnliche Arbeit unternommen.
Denn wenn ich auch mittlerweile wegen ganz beſonderer Neigung zu bibliothekariſcher Thätigkeit, zugleich aber auch wegen meiner angegriffenen Geſundheit, welche die fernere Ausübung faſt dreißigjähriger anſtrengender Lehrerthätigkeit widerrieth, ſeit dem Jahre 1875 aus dem Verbande des Gymnaſiums geſchieden bin, ſo habe ich doch der Lehranſtalt, welcher ich nicht allein als Schüler(von 1831 bis 1835 im Lyceum, dann weiter bis 1841 im Gymnaſium) meine erſte wißenſchäftliche Ausbildung verdanke, ſondern auch, von 1845 an(bis 1875), faſt ununterbrochen als Lehrer angehört habe, und welche auch meine Söhne zu ihren Schülern gezählt hat, die treuſte Anhänglichkeit bewahrt. Ich entſchloß mich daher gerne, zumal auf das Zureden meiner Freunde, welche an meiner Arbeit von 1860 Gefallen gefunden hatten, für die heuer zu begehende Feſtfeier ähnliche Ueberſichten auszuarbeiten und dieſelben als ein IMοσπσνιου meinerſeits der jubilierenden Lehranſtalt zu widmen.
Leider iſt aber das Wollen weit hinter dem Vollbringen zurückgeblieben. Denn abgeſehen von dem einen Umſtand, daß durch die vortreffliche„Geſchichte der ſtädtiſchen Gelehrtenſchule zu Kaſſel von Dr. Karl Friedrich Weber, Gymnaſialdirector“, meinem mir unvergeßlichen väterlichen Freunde, gar mancherlei für meine Zwecke mir vorweggenommen iſt, insbeſondere alles, was die Lehrer des Lyceums angeht, ſo daß ich hier kaum Nennenswerthes zur Berichtigung und Ergänzung, hinzuzufügen wüßte: fließen außerdem die Quellen für die von mir vorzugsweiſe ins Auge gefaßten Punkte ſo unvollſtändig und leiden überdies an ſo erheblichen Gebrechen, daß ſie eine erkleckliche Benutzung mindeſtens im höchſten Grade erſchweren. Namentlich hat ein allgemeines Schüler⸗Album für die Zeiten des Lyceums wohl ſchwerlich je exiſtiert, und auch die Special⸗Claſſen⸗ oder Cenſurbücher, welche von den Claſſenlehrern geführt wurden und halbjährliche Be⸗ merkungen über„Abkunft, Namen, Geburtsort, Alter der Schüler, ihren Eintritt und ihre Verſetzung in die Claſſen, ſowie ihren Abgang und gewählten Beruf, desgleichen über ihre Talente, ihren Fleiß, ihre Sitten, die ihnen zuerkannten Prämien und über die Bezahlung des Schulgelds“ enthalten, ſind, abgeſehen von der ſ. g. weſtphäliſchen Zeit(Michaelis 1812 bis Oſtern 1814), aus welcher ſich nichts Derartiges vorfindet, für I und II nur für Sommerſemeſter 1780 bis Winterſemeſter 1811/2 und für Sommerſemeſter 1814 bis Sommerſemeſter 1820, für III und IV für Sommerſemeſter 1780 bis Winterſemeſter 1811/2 und für Sommer⸗ ſemeſter 1814 bis Winterſemeſter 1824/5, für V für Sommerſemeſter 1780 bis Winterſemeſter 1811/2, für VI für Sommerſemeſter 1780 bis Sommerſemeſter 1796, für VII(Partimſchule) für Winterſemeſter 1782/3


