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im 16. Jahrhundert endlich zum mechanischen todten Geklapper wird. Meistens fasst eine Zeile dieser ungeschickten Verse auch einen für sich abgeschlossenen Satz; ein Hinüberschreiten des Sianes aus dem einen Reimpaar in das andere kommt selten, und oſt auf ganzen Spalten gar nicht vor. Beispiele aus dem 14. Jahrhundert sind überall zu finden; Boner ist eins der nächstliegenden, sein Zeitgenosse Konrad von m- menhusen aber steht schon um mehr als eine Stufe tiefer; dass dessen unsinniges Akrostichon möglich war, beweist, wie weit diese Mishandlung der kurzen Reimpaare damahls schon gediehen sein musste, und bereitet uns auf den Ton vor, den wir in der Bauernhochzeit(Diut II, 78—- 91; zugleich einem Belege für den zeitigen Gebrauch des Verses der Kunst- poesie in der Volksdichtung) und so fortan finden“). In dem hier be- sprochenen Werke leidet besonders die zweite Hälfte der Einleituug und die Schöpfungsgeschichte an diesem Misstande; aber auch die unten ge— gebenen Proben(Noas Trunkenheit) liefern Beweises genug. Will man sich jedoch recht deutlich von der zunehmenden Einförmigkeit und schlechten Betonung der Verse überzeugen, so gehe man etwa von Got- frid von Strassburg zu Rudolfs echter Chronik, von da zu dem Pseudoru- dolfischen Werke, und von diesem endlich zu den, hinter Elisas Geschichte in den Hss. der Weltchronik folgenden Zusätzen von Hiob, Nebukadnezar und Alexander über. Abgesehen von den in den letztgenannten Machwer- ken statt findenden Verschlechterungen der Sprache und des Reimes muss jedem Unbefangenen die Verwandtschaft, welche zwischen Rudolfs echtem Werke und Gotfrid einer, dem Alexanderleben und der Pseudorudolfichen Chronik anderer Seits in gleichem Verhältnisse statt findet, höchst auf- fallend entgegentreten.
Nehmen wir dieses alles zusammen, so können wir nicht umhin, die—
*) Erst ganz am Ende der alten Zeit findet sich ein Ohr, welchem dieses Geklapper zuwider war: Fischarts. Er bedient sich in allen seinen Dichtungen eines und desselben sinnreichen und zweck- mässigen Mittels, um die tödtende Einförmigkeit der kurzen Reimpaare durch Abwechselung des Tones zu beleben, und an diesem Mittel sind Fischarts Verse unter Tausenden auf der Stelle zu erkennen. IHr. Prof. Gervinus hätte deshalb wohl besser gethan, den Finkenritter zu lesen, als(3, 120) nach Hrn. von Meusebachs Gründen für die Autorschaft Fischarts zu fragen.


