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Eben dahin liesse sich allenfalls auch die Erwähnung der Erbauung der Stadt ze fuders f. 55 d zahlen Zwar ist diese aus dem Eingange des Otnit bekannte Stadt hier(vielleicht aber auch im Otnit) keine andere als Sutrium, wie sie an gleicher Stelle Gotfrid von Viterbo(Pars IV, S. 73) hat, dem unser Reimer hier nur gefolgt ist, doch könnte ihm der Name Suders wohl schon geläufig gewesen sein, und er mit Vorliebe gerade nach dieser Erzählung Gotfrids gegriffen haben, zumal da in Folge der- selben nach Suders der Anfang aller Ritterschaft verlegt wird. Rudolf hat an gleicher Stelle Satuarnia.
Der unbeholfenen Volkspoesie sind endlich zuzuzählen eine Menge Ausfüllungsformeln, die oft nur als armselige Reimhelfer dienen, und bei Rudolf niemals erscheinen z. B. unbetrogen; weinende funder la- chen;(Isaac) mit klage die zit vertreip; ez waere diz oder daz u. a., sodann eine Anzahl Reime, welche zwar im Ganzen nur vereinzelt genannt werden können, da die Reime auch dieser Recension genau sind, aber doch bei Rudolf nicht vorkommen. So findet sich ausser dem ein- maligen Erscheinen von vergaz: was(f. 50 b) was auch ein späterer Zu— satz sein kann, f. 54 ce wol: wol, f. 60 Lb—e gähen: gähen, f. 68 Ä: einen: einen, f. 91 b gewalt: gewalt, einige Male: canaan: canaan, ja f. 96 e lande: viande.
Die Verse dieser zweiten Recension sind zwar zum Theil den Rudolſi- schen Versen ähnlich, zum andern, grössern Theile aber weit von der zu- gleich freien und kunstreichen Betonung der besseren Verse dieses Zeit-— alters, zu denen Rudolfs Verse immer gerechnet werden müssen, entfernt. Die schon bei Rudolf freilich nicht ganz genaue Messung ist hier fast durchgängig bei weitem ungenauer; überhaupt aber der Rhythmus der Verse dieses Werkes ein von dem Rhythmus der Rudolfischen Verse(etwa mit Ausnahme des Wilhelm) ganz abweichender und unvergleichbar schlechterer. An sehr vielen Stellen findet sich eine lange Folge von Leilen, die eine ganz einförmige, nach dem Ende zu steigende, besonders das Reimwort oder die vorletzte Arsis ungehörig hervorhebende Betonung haben: dieselbe, welche in den Werken des 14. Jahrhunderts herrschend wird, im fünfzehnten Jahrhundert den Zusatz je einer Hebung bewirkt, hiermit alle feinere Rhythmik verschlingt, und


