— 16—
Viterbo so reich ist, ohne uns eine einzige dieser Abenteuerlichkeiten zu erlassen Auch ist der Verfasser sehr dafür besorgt, uns die Quellen, aus welchen seine Weisheit fliesst, namhaft zu machen, weshalb er in der Einleitung uns nicht allein seinen Führer Gotfrid von Bitern sondern auch die von diesem genannten Autoren Berosus, Mochus, Estius, ausser- dem die Historia scholastica und den in zwei Personen gespaltenen Jalius Africanus vorführt.
Uebrigens wird auch in dieser Recension Gotfrid nur für die Ein-
leitung benutzt oder diese vielmehr aus ihm übersetzt; was sonst von
ihm auch hier vorkommt ist sehr Weniges; es ist deshalb ein Irrthum,
der nur demjenigen begegnen kann, welcher weder in der Weltchronik
noch in Gotfrids Pantheon über die Einleitung hinaus zu lesen gekommen
ist, als sei das ganze(Rudolfische oder Pseudo-Rudolfische) Werk auf
Goifrid von Viterbo als sein Original gegründet. Rudolf selbst hat, wie
gesagt, von Gotfrid fast gar nichts, und dass dem so sei konnte auch den flüchtigsten Betrachter schon die Ueberschrift des Cod. pal. 146 f. 1 a lehren.
Durch diese ganze Recension leuchtet das Bestreben auf das Sicht-
lichste hervor, Gelehrsambeit zu zeigen, so dass wir sogar auf Stellen
stossen wie folgende:
(Wie herrlich die Stiftshütte gewesen) (Cod. pal. 321 des mag ich hie diu macre f. 110 a) und tiutunge der geschiht
berichten noch gesagen niht durch der maere lenge und durch die herten strenge der richen glose; der underbint ze herte in tiutscher rede sint, vnd unvernünstecliche einem man der niht latin vernemen kan,
und ze merkenne sint unlieplich.
Ferner C. pal. 321 f. 119 a im Anfange des dritten Buches Mosis:(der Leviten Pflichten)
wa in daz was uf gesat, und durch ihr ungelerte unkunst,
von wem, durch waz, wa und wie
wan tiutsche zunge kleinen rat daz wil ich allez kürzen hie,
von ander buoche helfe hat.
durch der laien unvernunft wer in latin wil lesen iht,


