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pal. 321 f. 36 b, Lachmanns Auswahl S. V, Jacobs und Ubert Beiträge Il S. 234), zum dritten Male in der Geschichte Josephs(C. pal. 321 f. 71 4, Lachmanns Auswahl S. V). Aus der so eben geschilderten Vermischung dieser beiden verschiedenen Werke ist der seltsame Misstand hervorge- gangen, dass eine ganze Reihe von Handschrifien in der Einleitung des Ganzen den Dichter sich an den Landgrafen Heinrich, in der Einleitung zu den Büchern der Könige an König Konrad wenden und ihn behaupten lässt, auf besonderes Verlangen des einen und des anderen dieser Re— genien habe er seine Arbeit begonnen.
Die Handschriften zerfallen mithin ganz natürlich in vier Klassen: 1) solche, welche die ältere Recension rein, ohne Zuthaten aus der jün-— geren, 2) solche, welche die jüngere Recension ohne Anreihung der äl- teren, 3) solche welche die ältere Recension mit der Einleitung der jün- geren, 4) solche welche die jüngere Recension mit Anreihung des zwei- ten Theils der älteren enthalten. Dazu kommt noch eine funfte Klasse derer, welche die Ueberarbeitung des jüngeren Werkes mit mehr oder minder häufigen Einschiebungen aus Enikels Chronik und die Fortführung der Geschichte durch den neuen Bund von der Hand Heinrichs von München darbieten. Auf dieser Grundlage, welche durch die Sache selbst gegeben ist, und sicherlich auch durch die Eutdeckung bisher unbekannter Hand- schriften nur bestätigt werden wird, beruhet meine, unten folgende Auf- zählung aller bisher bekannt gewordenen Handschriften.
Das ältere von Rudolf von Ems verfasste Werk trägt die aussere Be- glaubigung seines Ursprungs in der wohlbekannten Sitte dieses Dichters, seinen Namen einem Akrostich einzuverleiben. Wie seine Alexandreis und Wilhelm von Orlenz mit dem Akrostich Kuodolf beginnen, Barlaam mit demselben schliesst, so hebt auch seine Weltchronik mit den oſt abge- druckten, auch hier in der Einleitung(S. unten die Auszüge, 1) zu lesen- den, die Anfangsbuchstaben seines Namens enthaltenden Versen an. Ausserdem aber beginnen die verschiedenen Weltalter, nach welchen er seine Chronik abhandelt, der Alexandreis ähnlich, mit dem Akrostich der Person, welche das Weltalter repräsentiert: die Beschreibung der zweiten Welt mit Noe, der dritten mit Abraham, der vierten mit Moises, der fünften mit David(s. diese Akrosticha unten in den Auszügen, 2).


