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Der zugehörige Holzsarg befindet sich nicht, wie Fiedler unrichtig zeichnete, unter dem Zinn, sondern steht, wie schon gesagt, davon getrennt und in anderer Richtung in der Nähe. Er ist der grösste von allen und entspricht auch in der Form dem Zinnsarg; der untere Theil, an dem noch eiserne Griffe wahrzunehmen, ist niedriger als der obere oder der Deckel, der Abstufungen hat und dreimal gekehlt ist. Von letzterem ist das Meiste erhalten; das Uebrige ist grösstentheils zerbrochen und vermodert; der innere schlichte Sarg, der nach der Beschreibung von 1712(„in einem gedop- pelten hölzernen Sarg“) früher vorhanden war, ist ganz vergangen und vom Leichnam selbst nichts mehr zu erkennen.
X. Johanna Magdalena Schwester des Philipp Reinbard, gb. 18. Dec. 1660, vermählt 1685 mit dem Grafen Johann Karl August von Leiningen-Dachsburg zu Heidesheim, st. 21. Aug. 1715.
Das Kirchenbuch erwähnt diese Gräfin ebenso wenig wie ihre beiden Kinder(Nr. II und VI). Nach dem HI Magazin stand der jedenfalls ganz schmucklose Holzsarg in der südwestlichen Ecke und zwar von Westen nach Osten. Jetzt ist die Stelle leer, auch nichts von Sockelsteinen mehr zu sehen. Nach Fiedlers Zeichnung soll ihr Sarg an dem Platze stehen, den bis 1847 Dorothea Friedrike einnahm(§. Nr. XI); seine Angabe ist aber nicht als zuverlässig anzusehen, vielmehr anzunehmen, dass die Gräfin von Leiningen bis auf die letzte Spur verschwunden ist.
XI. Dorothea Friedrike
Tochter des Markgrafen Johann Friedrich zu Brandenburg-Ansbach und seiner ersten Gemahlin Johanna ELlisabeth von Baden-Durlach, gb. 12. August 1676, vermählt 30. Aug. 1699 mit Johann Reinhard, dem letzten Grafen v. Hanau, st. 13. März 1731.
Im Kirchenbuch ist am Schluss des Jahres 1731 erwähnt, sie sei den 13. März gestorben und „den 17ten dieses“ in der Gruft beigesetzt; dann heisst es weiter;„d. 25 April geschahe Abends die solenne Beysetzung und die solennen Exequien mit Christl. und Hochfürstl. Ceremonien. Vor dem Altar hielt HEr Superintendens Müller eine kurtze Leich Sermon über die Worte: Ich werde nicht sterben, sondern leben etc. Ps. 118 V. 17. waren die nachdenklichen Worte, so Sie für ihren Hochseel. Abschied hören liessen. Und den 26. war von dem HErn Superintendenten die solenne Gedächtniss- und Leichen-Predigt gehalten über die Worte: Selig sind die Todten etc ex Apoc. 14 V. 13.8
Nach dem H. Magazin stand der Sarg nah der westlichen Wand neben Johann Reinhard. Dort befinden sich drei Sockelsteine und darauf wenige morsche Bretter. Eine Tafel von Eisenblech fand sich in der Nähe, auf der in gothischer Schrift(nur der Name der Gräfin cürsiv lateinisch) mit schwarzer Oelfarbe folgende Worte aufgetragen sind: Auf Höchſten Befel Thro des Herren Erbprinzens Wilhelms]ꝑzu Heſſen Hochfürstl⸗ Durchlaucht ſind den Iöt Avril 1767 ber Pröfnung diefer Fürstl⸗ und Gräflichen Gruft die Gebeine der den Isε Mer⸗ 7731 verſtorbenen Grüfin] Dorothea Friderica einer Ge malin des hierneben ligenden!] Herrn Grafens JohannReinhards gebohrne Marggräfin zu Brandenburg Onolzbach mit dem! zerfallenen Sarg
hierin] gelegt worden.
1767 also, wo die Gruft wegen der Bestattung der Charlotte Wilhelmine(Nr. XIII) geöffnet
wurde, war der Sarg schon zerfallen, und es wurde ein neuer an die Stelle gesetzt. Wenn Piedler


