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der Katharina von Schwarzburg nördlich von dem anderen. Da nicht anzunehmen, dass die beiden Steine ganz vernichtet sind, müssen sie unter dem schon erwähnten Kirchenstuhl vor der Gruft sein.
Wie Merz sagt, enthielt der Stein Wappen und Umschrift in Messing gegossen; das Wappen kann kein anderes gewesen sein als das Hanau-Münzenberger vereinigt mit dem Schwarzburger(ein einfacher Löwe). Die Grabschrift, jedenfalls gothisch, gibt Merz so an:
Im lar nach Chriſti unſeres liben herrn geburt 1564 uf Mondag der was der 27 dag des Monats Novwember iſt Frau Catherina geboren von Schwarlæburg gräffin zu Hanau und Frau zu Mintzenberg geſtorben der Gott genad.
Die Jahreszahl 1564 ist aber sicherlich falsch; es muss 1514(MDXIV) heissen; dieses Jahr geben Wegener, Spach und v. Behr an, und die Urkunden bestätigen es, denn Katharina kommt darin nur bis 1514 vor.
Dicht neben dem Chorstuhl Reinhards IV. befindet sich ein ähnliches Kunstwerk von Holz, das seine Gemahlin kniend zeigt. Sie trägt eine hohe Haube und eine lang herabgehende Halskette; oben ist ein Löwe, der den Schwarzburger Schild vor sich hält, und darunter stehen über der Gräfin die zwei gothischen Zeilen:
Katerina geborn grevin van ſuwa rteæburch vun grevin zu hanaveve.
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Unkenntliche Grabsteine.
Die Reihe der Grafen und Gräfinnen war auf den Grabsteinen von 1451 bis 1514 ohne Unter- brechung zu verfolgen; nun aber ändert sich die Sitte in auffallender Weise, und es lässt sich kaum bezweifeln, dass das eine Folge der Reformation war. Die nachfolgenden Grafen wurden zwar auch noch in der Kirche bestattet, aber keinem einzigen wurde mehr ein Grabstein mit Inschrift gesetzt. Zwei Grabplatten aus späterer Zeit von 1631 und 1839 haben anderen Zweck als die bisherigen, wie wir bei Beschreibung der Gruft sehen werden.
Der Umstand, dass nicht einmal die wichtigsten Landesherrn wie Philipp II. und Philipp III. einen kenntlichen Stein erhielten, berechtigt zu dem Schluss, dass von der Reformationszeit an über- haupt niemand durch einen solchen ausgezeichnet wurde, dass also alle irgendwie bezeichneten in frühere Zeit gehören. Ferner lässt sich annehmen: da alle Steine mit lesbarer Schrift nur gräfliche Personen betreffen, müssen auch die unkenntlich gewordenen auf Mitglieder des Grafenhauses bezogen werden.
Jonas Merz sagt im Magazin p. 86 und 87, einige grosse Leichensteine, in welchen Wappen und Umschriften eingehauen gewesen, seien durch die Länge der Zeit so ausgetreten, dass man nichts mehr lesen könne. Genauer bezeichnet er nur einen davon,„auf welchem eine Frauensperson in Lebensgrösse ausgehauen ist“, neben dem schon beschriebenen der Margaretha. Derselbe ist noch an derselben Stelle, der einzige grosse; die anderen abgetretenen Steine sind kleiner, die meisten nur halb so gross. Da Merz kleine Steine gar nicht erwähnt, scheint es, dass sein Ausdruck„grosse“ nicht genau zu nehmen ist, und dass alle Leichensteine, die er 1765 sah, noch jetzt vorhanden sind.


