Aufsatz 
Die Grabmonumente und Särge der in Hanau bestatteten Personen aus den Häusern Hanau und Hessen / Reinhard Suchier
Entstehung
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vergebens zu enträthseln suchten. Sie ist schlank und hat ein einfaches Kleid, das ohne weiteren Schmuck glatt anliegt; ein Schleier fällt vom Hinterkopf über die rechte Schulter herab; der Haarputz ist breit und geht bis zum Hals. Zu ihrer Rechten windet sich ein Band mit Schrift hinab, das sich unten herum und dann bis zur Mitte der linken Seite hinauf zieht, wo das Nassauer Wappen mit Helm, quadrirt wie auf dem Grabstein, angebracht ist. Das Ganze ist mit weisser Farbe dick be- strichen, und dadurch das Lesen sehr erschwert; vereinte Bemühungen halfen aber doch zum Ziel, wobei die Grabschrift sebr zu Statten kam, und mit Herrn Pfarrer Frick stellte ich die gothische Aufschrift des Bandes so fest: lævii uf mitwoch en vor ſat atoni, tage iſt] geſtorben die awoll geborne adriana graffiumne zo hanav] dwe der got gnad.

Reinhard IV.

Sohn Philipps des Jüngeren, gb. 14. März 1473, Mitregent 1496, verm. 1496 mit Katbarina v. Schwarz- burg, nahm damals zuerst Münzenberg in Titel und Wappen auf, succ. 1500, st. 30. Januar 1512.

Sein Grabstein liegt nördlich neben dem seines Vaters Philipp und hat ebenso wie dieser gelitten; es fehlen die Helmdecken und der Anfang der Schrift, die Merz 1765 noch vollständig sah; sie beginnt jetzt mit dem Worte gebvrt. Das bronzene Wappen, über dem der Helm mit Schwan, ist quadrirt: 1, u. 4, die Hanauer Sparren, 2, u. 3. Münzenberg(Roth über Gold). Die Umschrift, Bronzeguss, lautet ergänzt durch Merz, bei dem auch hier wieder manches ungenau:

im iahr. nach. chriſti onſers- herrn- gebert fonfzcehenhondert. xii. vff. fritag noch-

bekervng · pavli.· der · dan · waſe=. der. ærer. tag- ianviwarg- iſt- mit tode von. diſeer.

welt · abgangen der. wolgebornn herr-. herr. Reynhardt grave 2co hanaic- herr. zev mintzennberg des. ſelenn got der almechtig- gnedig ſegn wolle-· amenn.

Am Schluss dieser Umschrift, worin der Name Reynhardt mit ungewöhnlichem grossem R ge- schrieben ist, befindet sich noch ein gehender Löwe. In der Ecke bei herr ist ein quadrirtes Wappen wie das bairische(Wecken u. Löwe), in der Ecke bei diszer ein sechsfeldiges Wappen, das im 1. u. 5. Felde zwei Fische, im 2. u. 6. fünf Querbalken, im 3. u. 4. einen Löwen von der linken Seite und im Mittelschild einen gleichen Löwen zeigt(s. unten Helene p. 14).

Ein in Holz geschnitztes Bild Reinhards IV. ist an der südlichen Wand neben Adrianens Monument zu sehen; es ist der Ueberrest eines Chorstuhls, von dem man die Hauptsache wenigstens in Ehren gehalten hat. Der Graf, in Rittertracht mit einem Sporn, Haarnetz und langen Locken, kniet betend auf einem Schemel; gewundene Schrift dabei ist nicht zu lesen, weil das Meiste abge- brochen ist; darüber aber stehen zwei Zeilen gothischer Schrift untadlig erhalten mit grossem R (wie auf dem Stein) und falschem v im ersten Wort:

Reivhart grave zp hana= we ond her ezw mintzenbvrg.

Katharina Gemahlin Reinhards IV, Tochter von Günther XXXVIII Grafen zu Schwarzburg u. Katharina von Querfurt, gb. nach 1470, verm. 1496, Vormünderin 1512 bis zu ihrem Tode am 27. Nov. 1514.

Ihr Grabstein ist jetzt ebenso wenig zu sehen wie der schon besprochene der früheren Ka- tharina. Nach den Angaben bei Jonas Merz lagen die beiden an einander nicht weit vom Eingang zur Gruft; sie bildeten eine Reihe vor Philipp dem Jüngeren und Reinhard IVnach der Cantzel- seite, wie Merz im Manuscript sagt, und nach seiner Reihenfolge zu schliessen war der Grabstein

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