— 8—
Geburt bis zum Jahre 906. Dieſelbe wurde fortgeſetzt im Jahre 960— 969 von einem unbekannten Mönche von St. Maximin, der nicht allein durch ſeine Schreibart als einer der beſten Schriftſteller ſeiner Zeit ſich auszeichnete, ſondern auch eine hervorragende Stellung haben mußte, um ſo zuverläſſige Nach⸗ richten ſammeln zu können. ¼1) Wahrſcheinlich iſt die Anſicht Gieſebrechts(Kaiſerzeit I. 778), daß der Verfaſſer jener Fortſetzung Adalbert, früher Abt von Weißenburg, ſpäter Erzbiſchof von Magdeburg, warz; jedoch auch abgeſehen davon iſt klar, daß dem Continuator, um an die 906 abge⸗ brochene Chronik Reginos anzuknüpfen, die Reichenauer, Alamanniſchen und Hersfelder, ſowie die Kölner und Maximiner Annalen zu Gebote ſtanden, welche er mit Umſicht benutzt, aber ſchon vom Jahre 919 an durch eigene Angaben ergänzt und weiter ausgeführt hat. Für die vorliegende Frage über das Grab des Königs Konrad I. iſt darum ſeine Angabe um ſo entſcheidender, als er nicht bloß der Zeit nach der Regierung Konrads I. am nächſten ſteht und die beſte Gelegenheit hatte, die Thatſache zu erfahren, ſondern auch ſeine ganze Darſtellung durch Einfachheit, Treue und Genauigkeit ſich auszeichnet. Er ſagt: „Ipse(Conradus) vero, huic vitae decedens, in Fulda monasterio honorifica sepultura tumulatus est.“
Widukind von Corvei ſchrieb 967 die Geſchichte der Sachſen; er ſagt ausdrücklich, daß er da⸗ mit die Pflichten gegen ſeinen Stamm und ſein Volk erfülle, indem er die Thaten ihrer Fürſten nieder⸗ ſchreibe.(Wattenbach, a. a. O. S. 211). In allem, was ihm nahe lag, zeigt er ſich durchaus zuverläſſig und in der Schilderung der handelnden Perſonen wahrheitsliebend; dagegen iſt er in allem, was in der Ferne vorgeht, kurz in der Darſtellung, oft auch nicht genau unterrichtet; und wo er Nachrichten von anderen Männern, namentlich der Franken, aufnimmt, ſind ſeine Mitteilungen ohne ernſtliche kritiſche Forſchung.
Ebenfalls dem ſächſiſchen Stamme gehörte Thietmar von Merſeburg(976— 1019) an, ein Sohn des Grafen Siegfried von Walbeck; er war Biſchof von Merſeburg von 1009— 1019, ſtarb alſo ein volles Jahrhundert nach dem Tode Konrads I. Da ſich ſeine eigene Handſchrift der Chronik erhalten hat, ſo kann man deutlich ſehen, wie er bemüht war, durch neue Zuſätze und Nachträge ſeine Chronik zu vervollſtändigen, und da wir die Quellen größenteils noch alle beſitzen, die er für die erſten Bücher ſeiner Chronik, worin auch die Regierungszeit Konrad I. enthalten iſt, benutzte, ſo kann man leicht nachweiſen, woher ſeine Nachrichten ſtammen. Ich kann die Anſicht von K. Schwartz hier nicht teilen, daß die Stelle, wo Thietmar von dem Tode des Königs Konrad I. redet, auf die Chronik Widuk inds zurückzuführen ſei. Die Angabe Thietmars iſt nach Inhalt und Form offenbar nicht aus der Chronik Widukinds entlehnt; denn ſonſt würde ſie ſicher nicht die Verwechslung des Todestags Konrads I. mit dem Todestage des Königs Konrad von Burgund enthalten, deſſen Widukind gar nicht erwähnt. Eine einfache Nebeneinanderſtellnng des Wortlauts beider Chroniken wird den weiteren Beweis liefern:
Widukind, M. G. h. V. 429.
„His dictis frater lacrimans se consentire re- spondit. Post haec autem rex ipse moritur, vir fortis et potens, domi militiaeque optimus, largi- tate serenus et omnium virtutum insigniis clarus. Sepeliturque in civitate sua Wilinaburg cum moe- rore ac lacrimis omnium Francorum.“
¹) Wattenbach, Deutſchlands Geſchichtsquellen, S. 231.
Thietmar, Mon. G. h. V. 736.
„Hanc peticionem extremam cum magno luctu ac gemitu suscipientes et impleturos se vita comite promittentes, festino eius obitu in 8 ordi- nacionis suae anno et 14 Kalendas Novembres, pro dolor! completo ac exequiis in Viliniburch peractis intererant et... Heinricum coronaverant.“


