Aufsatz 
Das Grab des Königs Konrad I. in der Basilika zu Fulda / von Jakob Gegenbaur
Entstehung
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Eingeweide beigeſetzt ſeien. Dagegen verwirft Rommel die eben angeführten vermittelnden Anſichten und hält in ſeiner Geſchichte Heſſens I, 97 ſein Urteil feſt, daßKonrad zu Weilburg und zwar fügt er hinzumit Helm und Schild begraben, in Fulda dagegen nur durch ein kirchliches Denk⸗ mal und Seelenmeſſen geehrt worden ſei. Rommel begründet ſein Urteil damit, daß zwar König Konrad dies berühmte Kloſter Fulda ſelbſt zu ſeiner Ruheſtätte beſtimmt habe, und daß dort auch der Chroniſt des 11. Jahrhunderts, Marianus Scotus, dasepitaphium und dentumulus des Königs ge⸗ ſehen, daß ferner der Fortſetzer Reginos ebenfalls angäbe,es ſei Konrad I. in Fulda beigeſetzt worden; aber alle die Gründe entkräfteten nicht die Nachricht Widukinds von Corvei und des Annaliſten Saxo, welche ausdrücklich die Beſtattung Königs Konrad I. zu Weilburg berichten, eine Angabe, welche noch dadurch um ſo wahrſcheinlicher werde und deshalb feſtzuhalten ſei,weil das alte Weilburg das Stammgut oder Stammſchloß der Familie der Konradiner wäre und als ſolches eher den Vorrang verdient habe, die Leiche des hervorragendſten Mannes dieſes Geſchlechtes in ſeinen Mauern zu bergen, als das Kloſter Fulda, worüber die Konradiner durch die Macht ihres Hauſes wahrſcheinlich nur die Schirmvogtei beſeſſen hätten. Indem wir hier von einer näheren Prüfung der Quellen, auf welche wir doch nachher zurückkommen, abſehen, iſt zu bemerken, erſtlich, daß die von Rommel behauptete und von Müller, deutſche Stämme, III, 305, ebenfalls angenommene Schirmvogtei der Konradi⸗ niſchen Grafen über das Kloſter Fulda aus der Schenkungsurkunde des Erzbiſchofs Hatto von Mainz (910) über Beſitzungen, welche dieſer in den Gauen der konradiniſchen Grafen Gebhard und Kuonrad hatte und durch deren Hände er ſie an das Kloſter Fulda übergab,(Dronke, cod. dip. nr. 654) ſich nicht beweiſen läßt; ſowie zweitens, daß die Chronik des Marianus Scotus Angaben von einem Grab⸗ hügel, den der Abt Haicho für den König Konrad I. errichtet und mit einem würdigen Epitaphium geſchmückt habe, gar nichts enthält; ſowie, daß die Nachricht, wonach König Konrad I.mit Helm und Schild in Weilburg begraben ſei lediglich auf einer Verwechslung mit dem Grabe des Va⸗ ters des Königs beruht.

Eine ähnliche Verwechslung, fügen wir hier ein, diente auch zum Beweiſe der Annahme, daß Konrad I. in Limburg begraben ſei. Dortſelbſt findet ſich auch das Denkmal eines Grafen Konrad, genannt Kurzbold; es iſt das Epitaphium des Stifters jener Kirche, eines Vetters des Königs,( 948) Kremer Orig. Nassov. 119.

Indem wir uns nunmehr von den beiden Hauptvertretern der Geſchichte der heſſiſchen Lande den Spezialgeſchichtſchreibern der Abtei Fulda zuwenden, ſo finden wir, daß Brower auf das beſtimmteſte angiebt, daß unter der Regierung des Abtes Haicho(917 923) der König Konrad I. zu Fulda, wie er es ſelbſt zu ſeinen Lebzeiten beſtimmt habe, im Jahre 919 feierlich beerdigt worden ſei. Ebenſo ſagt Schannat, hist. Fuld. I. 119, daß der Abt Haicho, nachdem die feierlichenExequien ge⸗ halten worden wären, ein jährliches Gedächtnisamt fürden in Fulda begrabenen König geſtiftet, einen Grabhügel, den noch Marianus Scotus ſeiner Zeit neben dem Altare des hl. Kreuzes geſehen, errichtet und denſelben mit einem würdigenEpitaphium geſchmückt habe. Es iſt bereits oben darauf hingewieſen, daß in der Chronik des Marianus Scotus für dieſe Darſtellung, welche Rommel und Luden ſich angeeignet haben, kein Beweis, ſondern nur einfach die Nachricht zu finden ſei, daß König Konrad neben dem Kreuzaltare zu Fulda begraben liege.

Ddie neuern Spezial⸗Geſchichtſchreiber Fuldas, wie Schlereth in Schneiders Buchonia und in ſeiner Geſchichte der 5 Hauptkirchen Fuldas(Manuſkript der Landesbibliothek), ſowie Arnd