Aufsatz 
Das Grab des Königs Konrad I. in der Basilika zu Fulda / von Jakob Gegenbaur
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Es iſt damit klar, daß dieſe Angabe von Limburg als unbegründet, nur auf einem Irrtum beruhend, zu beſeitigen iſt. Ebenſo auf einem Leſe⸗ oder Druckfehler beruht denn auch der Name Quidi⸗ lingaburg, Quedlinburg, welcher ſich in der erſten Ausgabe Widukinds(sepelitur in civitate sua Quidelingaburg) von Frecht(1532) nach einem Codex des Kloſters Eberbach am Rheine findet; Waitz in dem Vorworte zu ſeiner Ausgabe in den Mon. Germ. hist. V. 413 bezeichnet die Ausgabe Frechts alshinreichend verderbt und hat geſtützt auf die vorhandenen Codices des Kloſters Monte Casino und Steinfeld in dem Texte p. 429 die Lesart der HandſchriftenWilinaburg(Variante Wilinaburch) aufgenommen.

Joh. Jacob Mascow in ſeinen Commentarii de rebus imperii Romano-Germanici a Conrado I. usque ad obitum Henrici III.(1757) ſagt lib. I. c. XI., daß eine Uebereinſtimmung wegen des Gra⸗ bes Königs Konrad I. unter den alten Schriftſtellern nicht beſtehe. Widukind ſage zwar, Konrad I. ſei in Weil⸗ burg begraben; ſeiner Meinung nach hätten der Continuator Reginonis und Marianus Scotus mehr recht, welche melden, daß er zu Fulda begraben ſei. C. A. Menzel, die Geſchichten der Deutſchen, 1817, ſagt im Band II, S. 587, Konrad I. ſei 919 zu Wilinaburg, vermutlich Limburg an der Lahn, geſtorben und wäre daſelbſt begraben.

In der Geſchichte Württembergs von Stälin, der mannigfach auf die fränkiſche Geſchichte aus⸗ führlich zu ſprechen kommt, ebenſo wie in Büdinger, Oeſtreichiſche Geſchichte, und in Knochen⸗ hauer, Geſchichte Thüringens, ſteht nichts vom Todesorte und dem Grabe Konrads I. Ebenſo laſſen Pfiſter in ſeiner Geſchichte der Deutſchen in Heeren und Uckert, Geſchichte der europäiſchen Staaten, Rehm in ſeiner Geſchichte des Mittelalters und andere die Grabesfrage ganz unberührt.

Ekkard in ſeiner Geſchichte, Comment. Rerum Franc. II, 861, entſcheidet ſich, indem er die Nach⸗ richten des Continuator Reginonis und Marianus Scotus den Nachrichen Widukinds und Thietmars gegenüberſtellt, dafür, daß Konrad I. zu Fulda begraben ſei. Dagegen gewinnt Mabillon im dritten Bande der Annalen Ord. St. Benedicti p. 393, indem er ſich auf das Zeugnis Widukinds und anderer Schriftſteller der deutſchen Geſchichte beruft, welche mehr Glauben verdienten als Brower, das Reſul⸗ tat, daß Konrad zwar in Weilburg begraben worden,wenn nicht etwa ſpäter der Leichnam Kon⸗ rads I. nach Fulda gebracht worden iſt.

Luden in ſeinerteutſchen Geſchichte VI, 343 ſagt: Konrad I. ſtarb in den letzten Tagen des Jahres 918 und ward zuerſt in ſeiner Stadt Weilburg beigeſetzt, ſpäter aber, wie es ſcheint, in die berühmte Abtei zu Fulda gebracht. Er ſtellt nun für Weilburg die Nachrichten bei Widukind und dem Annaliſt Saxo auf, und für Fulda verweiſt er auf Marianus Scotus, der das Grab Konrads I. (tumulus) und ſeine Grabſchrift(epitaphium) in Fulda geſehen habe. Er bezieht ſich hier offenbar auf eine Stelle in Schannats hist. fuld. I, 118, von welcher gleich nachher die Rede ſein wird. H. Müller in ſeinem Werke: die deutſchen Stämme und ihre Fürſten, III, 295 ſtützt ſich auf Luden und ſagt: Konrad ſei zuerſt neben ſeinem Vater in Weilburg beigeſetzt worden, von wo er ſpäter, wie er ſelbſt gewünſcht hatte, nach der Abtei Fulda gebracht worden wäre.

Wenck in ſeinem größeren Werke: die Geſchichte Heſſens, II, 2, 628, ſtellt die verſchiedenen Angaben der Quellen nebeneinander, läßt jedoch, wie Luden, Limburg dabei ganz bei Seite, fügt nur hinzu, daß es noch nicht ausgemacht ſei, ob Konrad zu Fulda oder zu Weilburg begraben ſei; er vermutet jedoch, daß beide Angaben, wie ſich ſolche in den Quellen finden, richtig ſeien, und ſucht den Ausgleich dahin, daß er annimmt, daß in Fulda der Leichnam des Königs und in Weilburg das Herz und die