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und voll kleiner Hohlräume, in denen Kristalle sitzen, z. B. Feldspatleisten und Titaneisenblättchen. Es ist in dicken, vertikalen Pfeilern abgesondert, und als auffallendes Merkmal treten in ihm Gesteinsbildungen von rundlichem Querschnitt auf, die Blasenzüge genannt werden ¹. Die Lungsteine finden im Baugewerbe vielfach Verwendung, ähnlich wie die Basaltlava von Niedermendig in der Eifel. Nach Besichtigung der Steinbrüche gehen wir nach Allen- dorf a. d. Lumda.
7. Exkursion: Allendorf-Grossen-Buseck-Giessen.
Am steilen Weg von Allendorf nach Climbach treffen wir bräunliche Aschentuffe an, die am sog. Viehwasen von Basalt- gängen durchsetzt sind. Nach kurzer Wanderung erreichen wir ein mit Lösslehm bedecktes Plateau und das Dorf Climbach. Westlich von diesem Dorfe befindet sich, tief in die Hochfläche eingesenkt, ein Erosionskessel im Tuff, der Aspenkippel, den Streng, wie erwähnt, als einen alten Krater ansah. Diesen be- suchen wir und gehen dann durch den Wald nach Grossen-Buseck. Beim Verlassen des Waldes erblicken wir vor uns den Atteberg und Hohberg, zwischen denen das Haingrabental liegt. Ehe wir diese Höhen erreichen, kommen wir an Aufschlüssen in schönem Tuffz vorüber, in dem Bomben und Buntsandsteineinschlüsse liegen. Dieser Tuff ist hier von einigen Basaltgängen durchsetzt, Atte- „berg und Hohberg sind auf ihm liegende Deckenreste.
Von Grossen-Buseck benützen wir die Bahn nach Giessen, betrachten hier die gefalteten Kulmgrauwacken am Bahnhof und besuchen dann das Braunsteinbergwerk in der Lindener Mark und die in der Nähe gelegenen Tongruben(siehe Seite 21). Auch dürfte ein Abstecher von Giessen nach der Grube Eleonore bei Bieber am Dünsberg empfehlenswert sein. Hier wird Roteisen- stein abgebaut, in dem seltene Phosphate, z. B. Strengit und Kakoxen, vorkommen.
8. Exkursion: Giessen-Schiffenberg-Arnsburg-Münzenberg- Butzbach.
Giessen verlassen wir in östlicher Richtung und wandern auf den Schiffenberg. Zunächst geht es über tertiäre Bildungen bis zum forstbotanischen Garten; alsdann beginnt echter Basalt, der nun das Tertiär überdeckt und die Hauptmasse des Schiffenbergs
¹ Schottler, Die Basalte der Umgegend von Giessen, a. a. O. S. 413 und 414.
² Roth, Die Tuffe der Umgegend von Giessen. Inaugural-Dissertation, Giessen 1892, S. 23.


