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5. Exkursion: Lauterbach-Meiches-Ulrichstein-Grünberg.
Wir verlassen Lauterbach in südwestlicher Richtung und wandern nach der Totenkirche bei Meiches, die sich auf einem kleinen Hügel erhebt, an dessen Fusse geschichteter Aschentuff ansteht. Die Kirche liegt in einem alten Friedhofe, von dem man eine prächtige Aussicht auf Rhön und Thüringer Wald hat, In der Nähe, am Silberberg, kommt grobkörniger Nephelinit vor, der feinkörnigen Nephelinbasalt gangförmig durchsetzt. Unser Weg führt nun weiter nach Ulrichstein. In der Nühe dieses hochgelegenen Städtchens, am Eckmannshain, ist ein Gang von plattig abgesondertem Trapp zu sehen; dieser setzt in echtem Basalt auf.
Von Ulrichstein marschieren wir über den Kaff bei Boben- hausen II, wo ebenfalls plattig abgesonderter Trapp auftritt, nach Schmitten, dann über Sellnrod und Kleineichen nach dem Bahnhof Weickartshain und besuchen die in der Nähe befindlichen Braun- eisensteingruben nebst Erzwäscherei. Hierauf fahren wir mit der Bahn nach Grünberg.
6. Exkursion: Grünberg-Londorf-Allendorf.
Am Promenadenweg im Brunnental bei Grünberg betrachten wir die Trappgesteine mit daraufliegenden echten Basalten und besuchen dann den gegenüberliegenden Tannenkopf, wo ein schönes Profil in geschichteten Tuffen zu sehen ist. Von hier kehren wir nach Grünberg zurück, fahren dann mit der Bahn nach Londorf a. d. Lumda und besuchen die in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Steinbrüche. Diese sind in jenem Basaltgestein angelegt, das von A. Streng als Londorfer Dolerit genau beschrieben wurde!¹, und unter dem Namen Lungstein in der Steinindustrie bekannt ist. Schottler nennt das Gestein Trapp vom Londorfer Typus, den er zu den Trappgesteinen mit körniger Struktur rechnet und als glasarm, porös und von doleritischem Korn bezeichnet.
An den Wänden dieser Brüche sieht man mehrere übereinander- liegende Trappströme von je 2— 3-m Dicke, deren jeder an seiner Ober- und Unterfläche eine gedrehte, gewundene und gerunzelte Schlackenkruste zeigt(siehe S. 30). Diese Schlacken fallen leicht auf, da sie von einer dünnen roten Schicht überzogen sind. Uber dem untersten aufgeschlossenen Strome liegt gewöhnlich eine Schicht von Asche und Tuff. Das Gestein ist grau, meist feinporig und fühlt sich rauh an; an manchen Stellen ist es aber auch blasig,
¹ Neues Jahrbuch für Mineralogie etc. 1888, II, S. 181— 229.


