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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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Anders sind dagegen die Verhältnisse auf der weit im Norden des Atlantischen Ozeans gelegenen Insel Island. Dort fehlen die bisher beschriebenen Vulkantypen nicht, sie sind aber von unter- geordneter Bedeutung. Es strömt nämlich hier die glühend flüssige Masse nicht immer aus Kraterbergen, sondern quillt auch aus langen Spalten hervor, die von bedeutender Grösse sind, wie die im Jahre 1783 entstandene 36 km lange Lakispalte zeigt. Die Ausbrüche rufen grosse Lavaüberschwemmungen hervor und legen so immer neue Schichten auf die alten. Diese Deckenbildungen sowie auch andere aus der diluvialen Zeit sind Nachklänge einer deckenförmigen Lavaausbreitung, die sich während der Tertiärzeit über ganz Europa und Nordasien erstreckte. Einen Rest dieser alten aufeinander geschichteten Basaltbänke sehen wir noch in dem Unterbau von Island, und darin setzen auch die genannten Spalten nieder. Bei allen diesen Lavaergüssen spielten aber auch jederzeit explosive Vorgänge eine grosse Rolle, und so finden wir zwischen den Decken Asche und Tuff eingeschaltet.

Wieder einen anderen Typus zeigen die grossen Basaltvul- kane der weit vom Festland, einsam im Stillen Ozean liegenden Sandwichsinseln. Die grösste Insel dieser Gruppe, Hawaii, er- hebt sich schildförmig über den Meeresspiegel bis zu Höhen von über 4000 m und senkt sich ungefähr ebenso tief unter ihn. Der bis zu 4170 m sanft ansteigende flache Kegel des Mauna Loa (d. i. grosser Berg) wird von lauter aufeinanderliegenden Lava- bänken gebildet ohne Asche und Tuff. Auf dem oberen plateau- artigen Teile besitzt dieser grösste aller noch tätigen Vulkane der Erde keinen gewöhnlichen Krater, sondern eine ausgedehnte Cal- dera oder kraterartige Einsenkung, die etwa 6000 m lang, fast 3000 m breit und 300 m tief ist. Am Grunde dieser Vertiefung tritt die Lava meist seeartig aus, steigt darin während langer Zwischenräume auf und ab und bricht an den Abhängen des Berges in mächtigen Strömen hervor. Zuweilen kommt es aber auch zur Bildung von sog. Lavafontänen, wie dies im Jahre 1887 der Fall war. Damals entquoll dem Vulkan eine 25 m hohe und fast ebenso dicke Lavasäule ¹.

Waren diese Betrachtungen vornehmlich Vulkantypen ge- widmet, so wollen wir uns nun mit den Ursachen der Ausbrüche selbst etwas näher beschäftigen. Von den vielen Erklärungsver-

1 R. v. Lendenfeld, Die Hochgebirge der Erde, Freiburg i. B., 1899 S. 409.