— 24—
Die Vulkane nennt man gewöbnlich schlechtweg feuer- speiende Berge. Diese Bezeichung ist aber nicht immer zutreffend, und deshalb geben wir folgende Definition: Vulkane sind Auf- schüttungen oder Ausbreitungen der aus der Tiefe der Erde an die Oberfläche beförderten Massen.(Asche, Tuff, Schlacken, Lava u. s. w.). Je nachdem nun diese Eruptionsprodukte sich einzeln oder vereint an dem Aufbau der Vulkane beteiligen, sind die letzteren von einander verschieden.
Im linksrheinischen Teile des Schiefergebirgs liegt nördlich der Mosel eine waldarme, wenig fruchtbare Hochfläche, die Eifel. Sie ist ein verhältnismässig noch junges vulkanisches Gebiet, und der vorgeschichtliche Mensch war sicher noch Zeuge der Erup- tionen, die dereinst hier die mannigfaltigen Oberflächenformen ge- schaffen haben. Dort finden wir kesselartige Einsenkungen im Gesteinsuntergrunde(Devon), die meist von einem Walle umgeben sind, der aus Asche, Tuff, Lapilli und Stücken des durchbrochenen Gesteins besteht, aber keine Lavamassen enthält. Sie werden als alte Explosionskrater angesehen, sind jetzt meistens mit Wasser angefüllt und führen den Namen Maare. Die bekanntesten sind das Gemündener und Weinfelder Maar bei Daun und das Pulver- maar bei Gillenfeld; auch der Laacher See soll ein Maar sein.
Fern von der rauhen Eifel liegt im sonnigen Süden auf der schlanken Apenninenhalbinsel das ewig schöne Neapel am Fusse des Vesuvs. Westlich von dieser herrlichen Stadt dehnen sich die phlegräischen Felder aus, eine Gegend voll kleiner Vulkane. Hier liegen nicht weit von der Meeresküste noch Ruinen alter Bade- orte, wo die Römer einst Dampfbäder gebrauchten, für die das Erdinnere selbst das heisse Wasser lieferte.-An dieser Stelle, an der sich auch eine Villa Ciceros befand, erhob sich im Jahre. 1538 innerhalb zwei Tagen ein Vulkankegel von etwa 140 m Höhe. Es ist der Monte nuovo, der wie die übrigen in seiner Nachbarschaft gelegenen Berge nur aus Asche und Schlacken besteht.
Jeder von diesen kleinen Vulkanen oder Vulkanembryonen ist durch eine Eruption entstanden und hat meistens keine Lava ge- liefert. Wäre der Förderschacht aber wiederholt benützt worden, so hätten sich grössere, aus Tuff, Asche, Schlacken und Lava- bänken bestehende Baue herausgebildet, wie es z. B. Vesuv und Ktna sind. Beide gleichen einander in ihrem Aufbau, doch über- trifft der Atna den Vesuv bei weitem an Grösse und besitzt an seinen Abhängen zahlreiche sogen. parasitische Kegel oder Neben- krater, die dem Vesuv gänzlich fehlen(siehe S. 32).


