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zelnen Vulkanen, deren Krater zerstört sind. Jeder der beiden ersteren Gipfel bei Lollar setzt in tertiären Sanden mit Quarzit auf, der Staufen- berg dagegen in ausgebleichtem buntem Sandstein. In dem an diesem Berg angelegten grossen Steinbruche sieht man die dünnen Basalt- säulen wie die Holzscheite eines Kohlenmeilers prachtvoll ange- ordnet¹. Diese sog. Meilerstellung ist stets ein Beweis für das Auftreten von primären Kuppen. Vom Hangelstein zieht sich der Basaltrand über Grossen-Buseck und Rödgen zur Hohen Warte und zum Schiffenberg, der steil gegen Süden abbricht. Auf dieser Höhe ragen über den Giessener Wald die Gebäude des bereits erwähnten alten Klosters Schiffenberg, der nachmaligen Deutsch- Ordens-Kommende, hervor. Damit schliesst unser schönes Land- schaftsbild ab, das harmonisch im ganzen und reich an reizenden Einzelheiten vor uns liegt.
IV. Der Vogelsberg.
Alle Basalthöhen im Norden und Osten von Giessen stehen in innigem Verband mit dem Vogelsberg, dem grössten Basalt- gebiet auf dem europäischen Festlande. Diese in sich fest ge- schlossene schildförmige vulkanische Masse, die zum erstenmale im Jahre 1236 als„Vogilsberg“ in Urkunden genannt wird, nimmt den grössten Teil von Oberhessen ein und erstreckt sich mit ihren Rändern im Norden, Osten und Süden noch in die preussische Provinz Hessen-Nassau. Vom höchsten Teile, dem mit herrlichen Wäldern bedeckten Oberwald, verlaufen Erosionstäler strahlen- förmig nach allen Seiten. Diese wurden seinerzeit(1859) von dem Nauheimer Salineninspektor Tasche, der noch im Banne der Buch- schen Theorie stand, für Aufspaltungen des grossen Vogelsberger Erhebungskraters angesehen. Ihre Gewässer, die im Oberwald nicht weit von einander entspringen, vereinigen sich erst ausser- halb des Gebirges zu grösseren Wasserläufen, die als Kinzig, Nidda und Ohm dem Stromgebiet des Rheins, und als Schlitz und Schwalm dem der Weser angehören. Der Vogelsberg ist als Rest eines durch FErosion und Denudation stark zerstörten Vulkans anzusehen, der in seinem Aufbau dem Atna ähnlich ist. Um nun den Bauplan, der das Ganze einstens beherrschte, verstehen zu können, wollen wir zunächst verschiedene Vulkantypen etwas näher betrachten.
¹ Schottler, Die Basalte der Umgegend von Giessen a. a. O. S. 421.


