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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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trieben wird. In dem Zeitraum von 1891 1903 wurden über 1 Million Tonnen Braunstein aus diesem Lager, dem grössten Deutschlands, versendet. Die Erze enthalten bis 22% Eisen und ebensoviel oder oft mehr Mangan; sie sind deshalb ge- schätzte Zusatzmittel für andere Erze und unentbehrlich für die Gewinnung besonderer Stahlsorten, des Spiegeleisens, sowie anderer gewerblicher Produkte. Ihre Absatzgebiete liegen vornehmlich am Rhein, an der Lahn, Sieg und Ruhr.

An den Kalk des Bergwerks stossen im Südosten, durch Verwerfung abgeschnitten, Lager von tertiären Tonen und Sanden. Diese werden in dem hier erbauten Gail'schen Ziegelwerk zu Blendsteinen und besseren Ziegeln verarbeitet. So stammen z. B. die am Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe in Darmstadt verwendeten Ziegel aus diesem Werk.

Von der Höhe des Braunsteinbergwerks geniesst man eine prächtige Aussicht auf Giessen und seine Umgebung. UÜber das Häusermeer der Stadt schweift der Blick nach Nordwesten auf den Gleiberg und Vetzberg, an die sich rechts der Wettenberg, im Volksmund die sieben Hügel genannt, anschliesst. Der Basalt dieser Kuppen, der an den ersteren prächtige Säulenabsonderung zeigt, ist dereinst als feurig-flüssige Masse auf Gangspalten der hier verbreiteten Kulmgrauwacken emporgedrungen. Dafür spricht ihre reihenförmige Anordnung, nämlich einerseits die von Glei- berg und Vetzberg mit dem dazwischen liegenden kleinen Köppel, und andererseits die der Wettenbergkuppen, zwischen denen sich noch unversehrte Kulmbrücken befinden. Hinter den genannten Höhen wölbt sich in duftigem Blau der breite, sanft gebogene Rücken des mit schönem Wald bedeckten Dünsbergs. Er ist kein vulkanisches Gebilde, sondern aus Grauwacken und Kieselschiefern des Kulms aufgebaut. Für den Archäologen ist er durch die keltischen Ringwälle interessant, die seinen Gipfel umschliessen. Alle diese Vorkommen von Kulmablagerungen, die sich von Westen her bis Giessen erstrecken, sind östliche Ausläufer des Wester- waldes.

Wenden wir uns nun nach Norden und Osten, so erscheint zunächst die vorspringende Kulmnase der Badenburg, die mit alt- diluvialen Lahnschottern bedeckt ist, und dann östlich der Marburger Strasse der Basalt vom Hangelstein. Die weiter nordwärts in der Nähe von Lollar liegenden Höhen: der Lollarer Kopf, der Hügel von Heibertshausen und der Staufenberg entziehen sich unseren Blicken. Sie sind sogenannte primäre Basaltkuppen, d. h. Kerne von ein-