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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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Als Eruptivgestein findet sich in diesen Sedimenten nur Mela- phyr, der sehr verwittert ist, aber noch Feldspat(Plagioklas) er- kennen lässt. Vorkommen sind in den Gegenden von Erbstadt, Büdesheim a. d. Nidder und der Naumburg.

Eine viel geringere Verbreitung als das Rotliegende hat in der Wetterau der Zechstein. Er zieht als schmales Band am Süd-. westrande des Vogelsbergs von Gelnhausen über Büdingen und Bleichenbach bis nach Selters und bildet die Fortsetzung der im Odenwald vorkommenden Zechsteinlager nach Norden über den Main hinaus. Während er im Odenwald bisher an keiner Stelle mehr auf rotliegenden Sandsteinen, sondern nur auf Gesteinen des Grundgebirges(Granit etc.) angetroffen wurde, zeigt sich hier ein vollständiges Profil vom Rotliegenden durch den Zechstein bis zur Überdeckung mit Buntsandstein. In seiner unteren Abteilung mit grauen Kalken und Konglomeraten liegt ein bituminöser Ton- schiefer, der Kupferschiefer, in dem um die Mitte des 18. Jahrhs. bei Haingründau blühender Bergbau auf Kupfer- und Silbererze betrieben wurde. Die unteren und mittleren Zechsteinschichten sind beim Bau des Eisenbahntunnels zwischen Büdingen und Haingründau durchstochen worden, wobei am Ausgange nach dem letzteren Orte ein 50 60 m hohes Profil freigelegt wurde, in dem man zahlreiche Versteinerungen verschiedener Brachiopoden fand. Häufig sind darunter die grauen, höckerigen Schalen von Productus horridus oder die Krottenköpfe(Krotten= Kröten), wie sie im Volksmunde genannt werden. Von ihnen heisst es in einer alten Chronik:Bei Büdingen werden in einem Acker viele Krottensteiner, so äusser- lich und innerlich das Gift austreiben, gefunden. Von verstei- nerten Muscheln nennen wir Schizodus truncatus und Gerrillia keratophaga.

Dass auch der Zechstein unseres Gebietes die Abdampfrück- stände des alten Zechsteinmeeres in Form von Gips, Steinsalz und kalireichen Abraumsalzen wie in Norddeutschland beherbergt, beweisen die Solquellen, die ehemals bei Büdingen vorhanden waren und bei Gelnhausen und Selters heute noch bestehen. Die in den letzten Jahren bei Bermuthshain, Stockhausen, Schlitz und Kirtorf in Oberhessen unternommenen Tiefbohrungen ergaben wohl Gips und Steinsalz, aber keine Kalisalze. Diese leichtlöslichen Salze sind bei der sehr stark verworfenen Lagerung der Gesteine unter und neben den Basaltdecken des Vogelsberges durch Auslaugen fort- geführt worden. In der Gegend von Fulda bei Neuhof und Giesel ausgeführte Bohrungen haben jedoch die Steinsalzlager mit zwei