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Kalisalzzonen in einer Mächtigkeit bis zu 200 Meter durch- sunken ¹.
Mit dem Zechstein schliesst das Altertum der Erde, und mit dem Buntsandstein, dem untersten Gliede der Trias, beginnt das Mittelalter. Diesen treffen wir in der Wetterau nur im Südosten, am Rande des Vogelsbergs.
Wohl mancher kennt das am Ausgang des Seementales schön gelegene und schon mehrmals erwähnte Büdingen, die„Perle Ober- hessens“, mit seiner reizenden Umgegend. Wenn man von dem sogenannten Hexenturm auf der Nordseite dieses altertümlichen, waldumkränzten Städtchens einen Spaziergang durch die Wein- berge nach dem Pfaffenwald macht, so kommt man zu den grossen Buntsandsteinbrüchen an der„Klippe“, die mit ihren rötlichen Wänden einen herrlichen Kontrast gegen das prächtige Grün der Wälder bilden. Wir betreten hier die untere Abteilung des Bunt- sandsteins, die eine Folge von roten, gelblichen, weisslichen, fein- körnigen und feinglimmerigen, tonigen Sandsteinen, Sandstein- schiefern und Schieferletten darstellt. Schon seit Jahrhunderten werden hier Steine gebrochen, die als Baumaterial weithin Ver- wendung finden und teilweise auch zu Schleifsteinen verarbeitet werden.
Von ganz anderem Aussehen dagegen ist der Buntsandstein, der südlich von Büdingen am Wildestein, einer unweit der Stadt gelegenen, mit Fichten malerisch bewachsenen Basaltkuppe vor- kommt. Die feurig-flüssige Lava hat hier dereinst den Sandstein durchbrochen, Stücke davon mit in die Höhe gerissen, weiss ge- brannt, zum Teile gefrittet und in dünne, lange Säulchen umge- wandelt, die man zwischen dem Basalt eingeschlossen findet.(Vergl. Otzberg im Odenwald. Stoltz, Geol. Bilder etc. I, S. 39).
Von den nächsten Abteilungen der Trias, dem Muschelkalk und Keuper, sowie der Kreide- und Juraformation hat man bis jetzt in der Wetterau keine Spuren angetroffen. Damit sind wir ans Ende des Mittelalters der Erde gekommen und wenden uns nun zu den Bildungen der Neuzeit in unserem Gebiete. Wie in Rheinhessen, so sind auch in der Wetterau von den tertiären Ab- lagerungen nur solche vorhanden, die aus der oligocänen, miocänen und pliocänen Zeit stammen. Der mitteloligocäne Meeressand, den wir bei Weinheim in der Nähe von Alzey? näher kennen lernten,
¹ Lepsius, Notizen zur Geologie von Deutschland a. a. O. S. 16. ²2 Stoltz, Geolog. Bilder etc. I. Teil S. 21— 23.


