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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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herrliche Münzenberger Burgruine, das sog. Wetterauer Tintenfass, ein der Ferne auf, und weiter geht die Fahrt nach Butzbach, das nicht weit vom Fusse des aus Devonschichten gebildeten Hausberges liegt. Von hier gelangen wir bald nach Giessen, vorher mit Ausblicken rechts auf den basaltischen Rücken des Schiffenbergs mit noch gut erhaltenen Klostergebäuden und links in nordwestlicher Richtung auf die von Ruinen gekrönten Basalt- kegel Gleiberg und Vetzberg. Damit haben wir den am weitesten nach Westen gelegenen Teil des Vogelsbergs mit seinen Vorposten erreicht und wollen nun diese grosse Basaltmasse auf den Strecken Giessen-Alsfeld-Lauterbach und Lauterbach-Stockheim an uns vorüberziehen lassen.

Wir fahren mit der Bahn zunächst durch das schöne Busecker Tal(Tal der Wieseck), dann an dem altertümlichen Städtchen Grünberg vorüber und biegen hinter der Station Merlau in den nördlich gerichteten Teil des Ohmtals ein, das wir bei Nieder- gemünden wieder verlassen. Von hier ab kommen wir bis Alsfeld annähernd an der nördlichen und dann bis Lauterbach an der nordöstlichen Grenze des Vogelsbergs vorbei, der sich in diesen Gegenden allmählich nach dem Buntsandsteingebiet des hessischen Berglandes abdacht. Bei Lauterbach, das lieblich im Tale der Lauter liegt, berühren wir eine Senke im Buntsandstein, den sog. Maar-Fuldaer Graben, und fahren dann in fast südlicher Richtung wieder durch das Basaltgebiet. Hinter Grebenhain gelangen wir in das Bereich des Oberwaldes, überschreiten bei Hartmannshain die Wasserscheide zwischen Weser und Rhein und erreichen bald zwischen Oberseemen und Gedern die landschaftlich schönste Partie der ganzen Linie. An dieser Strecke windet sich nämlich die Bahn in einer weit ausgreifenden Schleife an den Basaltbergen in ein Seitental der Nidder hinab mit reizenden Ausblicken auf das freundliche Städtchen Gedern und seine Umgebung. Bei dem durch die Buderus'sche Eisengiesserei weitbekannten Hirzenhain kommen wir in das Tal der Nidder selbst, verlassen dann etwa bei Ortenberg, das am Südabhang einer ins Niddertal vor- springenden Basaltkuppe anmutig gelegen ist, den Vogelsberg und gelangen nun durch ein Gebiet von Buntsandstein, Zechstein und Rotliegendem nach Stockheim. Von hier erreichen wir entweder über Heldenbergen-Vilbel oder über Gelnhausen-Hanau unseren Ausgangspunkt Frankfurt a. M. Auf dieser Rundfahrt haben wir flüchtig die wichtigsten Gebirgsarten kennen gelernt, die in Ober- hessen vorkommen und werden dadurch zur Frage geführt: