Propinz Oberhessen.
I. UÜberblick.
Hessens Höhn, Hessens Höhn,
Zwischen Taunus und der Rhön,
Wo die frischen Wasserquellen
Zwiefach senden ihre Wellen
Nach der Weser und dem Rhein! (F. L. Weidig.)
Wer von Süden her Oberhessen besucht, indem er mit der Main-Weser-Bahn von Frankfurt a. M. in nördlicher Richtung fährt, kommt zunächst durch eine flachhügelige, fruchtbare Gegend, die Wetterau. Hierauf durchschneidet er zwischen Butzbach und Langgöns bei 229 m Meereshöhe in einem vom Taunus zum Vogelsberg streichenden Höhenzuge die Wasserscheide zwischen Main und Lahn und gelangt dann in eine Talweitung des letzteren Flusses, in das sog. Giessener Becken. Bei klarem Wetter sieht man auf dieser Fahrt, die nur bei Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach landschaftliche Schönheiten bietet, zur Linken den nach der Wetterau steil abfallenden Taunus und zur Rechten in duftiger Ferne die Höhen des Vogelsbergs. In der Nähe von Vilbel, einer der ersten grösseren Stationen hinter Frankfurt, erscheinen rechts die niedrigen Höhen des rotliegenden Sandsteins und weiter bei Gross-Karben auf derselben Seite die hellen Wände der in tertiärem Kalkstein angelegten Brüche. Bei der früheren Reichsstadt Fried- berg mit ihrer malerisch auf einem Basaltfelsen gelegenen Burg erblickt man in westlicher Richtung die Höhe des Wintersteins, der wie der ganze Taunus aus devonischen Gesteinen besteht. Bald hinter dem nahe gelegenen Bad-Nauheim, am Ostabhange des Johannisbergs, taucht rechts die auf einer Basaltkuppe stehende


