lich für ein Wassersäugetier; durch die Auffindung anderer Skeletteile ist aber seine Zugehörigkeit zu den Landsäugetieren sicher gestellt.
In den sumpfigen Wäldern unseres Gebietes hausten zu jener Zeit noch andere Dickhäuter, wie durch die vornehmlich bei Eppels- heim aufgefundenen Fossilien dargetan wird. Als solche nennen wir Mastodon, Rhinoceros, Sus und Tapirus, von denen die drei ersten Gattungen durch mehrere Arten vertreten waren. Die Mastodonten! oder Zitzenzahntiere, so genannt wegen der zitzen- förmigen Erhöhungen der Backenzähne, waren mächtige Rüssel- tiere, die an Körpergrösse die jetzigen Elefanten übertrafen. M. longirostris besass vier Stosszähne, zwei schwachgebogene im Ober- kiefer und zwei kleinere im Unterkiefer, die gerade nach vorn mit etwas Neigung nach unten hervortraten. Im naturhistorischen Museum zu Mainz befindet sich ein prächtiger Unterkiefer mit Stosszähnen eines solchen Tieres, der aus dem Dinotheriensand von Bermersheim bei Alzey stammt.
Aus fast allen Erdteilen kennt man jetzt Mastodonten in verschiedenen Arten. Von besonders grossen Dimensionen war Mastodon giganteus. Seine Reste wurden im Diluvium Nordamerikas zuerst 1705 am Hudsonflusse bei New-Vork, 1739 am Ohio unter- halb Cincinnati und auch später noch an anderen Orten Amerikas gefunden. Nach dem letzteren Flusse nannte man dieses Geschöpf Ohiotier. Ein Skelett desselben ist im Landesmuseum zu Darmstadt aufgestellt und Fig. 3 der Tafel II zeigt ein solches im Bild.
Mastodonknochen hielt man früher(im 17. Jahrh.) allgemein für die Knochen von menschlichen Riesen.
Von den anderen Säugetieren', die es zur pliocänen Zeit in unserer Gegend gab, wollen wir hier nur noch einige hervorheben.
Als Raubtier nennen wir besonders den furchtbaren Machai- rodus cultridens, der dem Geschlechte der Katzen angehörte und etwas grösser war als der heutige Panther. An Furchtbarkeit muss er die jetzigen Löwen und Tiger weit übertroffen haben, denn er besass im Oberkiefer scharfe Eckzähne, die wie zwei Dolche von je 12 cm Länge bei geschlossenem Maule über das Kinn hinab- reichten. Man vermutet, dass dieser gefährliche Räuber besonders Dickhäuter(Schweine etc.) zur Beute wählte.
1 αόσ⁴ Brust, Zitze; dς Zahn. ² Er wurde vor mehreren Jahren von Dr. W. v. Reichenau(Mainz) ausgegraben und präpariert. 3 Lepsius, Mainzer Becken etc., S. 153 u. folg. 3*


