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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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ist schliesslich wohl ganz ausgetrocknet, und es entstanden dann in unserem Gebiete Sedimente, die der jüngsten Tertiärzeit oder dem Pliocän angehören. Sie wurden von Flüssen und kleinen Seen, die zeitweise hier entstanden, abgelagert und bestehen teils aus sandigen Bildungen mit nur untergeordneten Geröllschichten, teils aus reinen Quarzschottern mit sandigen Zwischenlagen. Ihre Mächtigkeit beträgt meistens nur einige Meter, und ein hoher Gehalt an Brauneisenstein ist für sie charakteristisch.

Einen wesentlichen Bestandteil unter den Geröllen bilden die sogenannten Kieseloolithe¹. Dies sind kleine, gerundete und stark geglättete Geschiebe, die aus vielen konzentrisch-schaligen, meist runden Körnern, Oolithe genannt, bestehen. Ihre Farbe ist braun, grau, schwarz und auch weiss.

Diese Sande nebst ihren Geröllen sind in ganz Rheinhessen verbreitet. Wir finden sie im Süden in der Gegend zwischen Alzey, Eppelsheim, Westhofen und Worms und weiter nach Norden bis in die Gegend zwischen Bingen und Mainz.

Was aber nun diese Ablagerungen besonders interessant macht, das sind die Wirbeltierreste, die sie enthalten. Durch solche sind die im Nordwesten von Eppelsheim vorkommenden Sande seiner- zeit weithin bekannt und berühmt geworden. Hier funden in den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die beiden Gelehrten Kaup und v. Klipstein unter anderen Skeletteilen auch den ganzen, wohlerhaltenen, fast 1 m langen Schädel von Dinotherium gigan- teum, einem gewaltigen Dickhäuter(Taf. II. Fig. 1. u. 2.) Dieses wertvolle Originalstück, von dem sich ein Gipsabguss im Landes- museum zu Darmstadt befindet, wurde von Kaup zu einem hohen Preise an das Britische Museum in London verkauft. Leider ging es auf dem Transport nach England in Trümmer.

Das Dinotherium? oder Schreckenstier, nach dem unsere Sande den Namen Dinotheriensande erhalten haben, war den heutigen Elefanten ähnlich. Es besass aber keine Stosszähne im Oberkiefer, sondern deren zwei im Unterkiefer, die nach unten und hinten gekrümmt waren. Mit diesen sind etwa nur die Stosszähne vom Walross zu vergleichen, die aber im Ober- kiefer stehen. Darnach hielt man das Dinotherium auch anfäng-

¹ Vergl. Mordziol, Die Kieseloolithe in den unterpliocänen Dinotherien- sanden des Mainzer Beckens. Jahrbuch der Königl. Preuss. Geolog. Landes- anstalt 1907, Bd. XXVIII, Heft 1, S. 122 u. folg.

2 α schrecklich.