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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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Auch ein pferdeähnliches Tier, das Hippotherium gracile, weidete damals auf den üppigen Grasflächen unseres Gebietes in grossen Herden, wie die vielen bei Eppelsheim gefundenen Knochen be- weisen. An und in den Flüssen und Seen lebten Biber und Krokodile; in den nahen Wäldern gab es hirschartige Geschöpfe, denen der Vielfrass(Gulo diaphorus) nachstellte, wie sein heutiger Verwandter dem Renntier. Auf den Bäumen kletterten menschen- ähnliche Affen(Dryopithecus Fontani) herum, die den jetzt in Ostindien lebenden Gibbons nahe standen.

Damit verlassen wir die berühmte Eppelsheimer Fauna und erwähnen noch, dass pflanzliche Reste bis jetzt nur aus den Dinotheriensanden von Laubenheim bei Mainz bekannt geworden sind.

Die Dinotheriensande werden nach den in ihnen vorkommenden Wirbeltierresten und Kieseloolithen zum Unterpliocän des Mainzer Beckens gerechnet.

IU. Das Dilupium und flupium.

Die im letzten Abschnitte beschriebenen pliocänen Ablagerungen bilden den Schluss des Tertiärs im Mainzer Becken. Auf sie folgen nun die diluvialen Gebilde. Schon gegen das Ende der Tertiär- zeit, aber noch mehr während der darauffolgenden Diluvialperiode wurde Rheinhessen durch tektonische Vorgänge(Brüche, Verwer- fungen etc.) sowie durch die erodierende Wirkung des fliessenden Wassers nach und nach zu jenem wechselvollen Hügelland heraus- gearbeitet, wie wir es heute vor uns sehen. Die stärkste Absenkung des Gebietes erfolgte nach Norden zu gegen den Rhein.

Mit der Diluvialzeit brach, wie bekannt, über Europa allmählich jene furchtbare Kälteperiode herein, die man mit dem Namen Eis- zeit bezeichnet hat(vergl. Geol. Bilder I. Teil, 8 19). Von der Eisbedeckung blieb ausser anderen Gegenden auch das Mainzer Becken und damit unser Gebiet verschont. Hier äusserte sich der grosse Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre in starken Nieder- schlägen, vornehmlich in grossen Schneemassen, die während der wärmeren Jahreszeit grösstenteils abschmolzen. Dadurch erklärt es sich, dass sowohl der Rhein als auch die Gewässer, die uns heute in Rheinhessen als grössere und kleinere Bäche erscheinen, damals gewaltige Wassermassen führten, besonders im Frühjahr. Selbstverständlich war auch der Transport von Gesteinsmaterial, als Schotter, Kiese, Sande etc. durch die Wasserläufe jener Zeit ganz