— 18—
Dann aber sind es die dem Rotliegenden eingeschalteten Melaphyre und Porphyre, aus denen das meiste Wasser kommt. Diese sind nämlich alle mehr oder weniger klüftig und nehmen deshalb das Wasser leicht auf. Die verhältnismässig stärksten Quellen kommen in den Tälern an solchen Stellen zum Vorschein, wo die genannten Eruptivgesteine die Letten und sandigen Tone des Rotliegenden berühren. So hat die Stadt Alzey die Brunnen ihrer Wasser- leitung in der Sohle eines schmalen Tales bei Oberwiesen(bayr. Pfalz) an der Grenze von Melaphyr und rotliegenden Letten angelegt ¹.
III. Das Tertiãr.
Nach der Ablagerung des Rotliegenden und während des mesozoischen Zeitalters, in dem die ersten Säugetiere, Vögel, Knochenfische und Laubbäume auftraten, entstand eine ganze Reihe von Formationen, wie Zechstein, Trias, Jura und Kreide, von denen in Rheinhessen bis jetzt nichts gefunden wurde. Dies lässt sich so erklären: Entweder wurden diese hier überhaupt nicht abge- lagert, weil zur Zeit, als sie sich in anderen Gegenden bildeten, unser Gebiet über Wasser war, oder sie sind, wenn je vorhanden, nach und nach zerstört und weggespült worden. Jedenfalls kennt man hier aus den jüngeren Erdperioden nur Sedimente des Tertiärs, jenes Abschnitts der Neuzeit der Erde, in dem Palmen, Laub- hölzer und Säugetiere zu einer grossartigen Entfaltung gelangten. Sie bilden den grössten Teil des Bodens von Rheinhessen und haben von allen hier vorkommenden Ablagerungen von jeher das meiste Interesse bei den Geologen gefunden. Dies erklärt sich durch den grossen Reichtum an Fossilien, der sich in fast allen Tertiärschichten des Mainzer Beckens überhaupt zeigt. Ganze Berge bestehen aus den Schalen und Gehäusen von Muscheln und Schnecken, und auch die Skelettreste höherer Tiere, besonders von Säugetieren, sind in diesen Sedimenten gut erhalten geblieben. Wir erinnern nur an die Wirbeltierfauna von Weisenau bei Mainz, sowie an die berühmten Säugetierreste von Eppelsheim bei Alzey.
Nach Sandberger und Lepsius unterscheidet man im Mainzer
Becken von unten nach oben 7 Tertiärstufen, die folgendermassen benannt sind:
¹ Vergl. A. Steuer, Die Grundwasserverhältnisse in Rheinhessen und die Trinkwasserversorgung l. c. S. 22 u. folg.
4


