Druckschrift 
T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1. Meeressand,

2. Septarien- oder Rupelton,

3. Cyrenenmergel,

4. Cerithienkalk,

5. Corbiculakalk,

6. Litorinellen- oder Hydrobienkalk,

7. Dinotheriensande(= pliocäne Kiese, Sande und Tone).

Sie werden durch das auf nächster Seite folgende von A. Steuer entworfene Profil dargestellt.

Der Meeressand.

Die unterste Schicht des Tertiärs im Mainzer Becken ist der Meeressand, der in der mittleren Oligocänzeit zur Ablagerung kam. Je nach den Gesteinen des Untergrundes, aus denen die brandenden Meereswogen diesen Sand schufen, wechselt seine Beschaffenheit von Ort zu Ort. Dort, wo die rotliegenden Sandsteine als solche vor- herrschen, zeigen sich gröbere und feinere Quarzsande, wie z. B. in den Gruben bei Flonheim. Sind dem Rotliegenden Melaphyre einge- schaltet, so ist der Sand zuweilen untermischt mit dunklen, eckigen und abgerollten Stückchen dieses Eruptivgesteins.(Sandkauten am linken Selzufer zwischen Alzey und Weinheim.) Kommen schliesslich in einer Gegend ausgedehnte Porphyrmassen vor, wie bei Eckels- heim, Wonsheim, Siefersheim, Wöllstein, Neubamberg, Fürfeld, Frei- laubersheim und Hackenheim, so besteht der Sand vornehmlich aus ab- gerollten, oberflächlich weiss verwitterten Porphyrstückchen. Häufig sind die Sandkörner durch Kalk zu festen Bänken und Knollen verfestigt, wie z. B. in den Gruben an der Trift und Wirtsmühle bei Weinheim. Ofters trifft man im Meeressand auch kugelförmige Gebilde, sog. Schwerspatknollen an, die aus feinen, durch Baryumsulfat fest miteinander verbundenen Sandkörnchen bestehen.(Gegend zwischen Neubamberg und Fürfeld sowie bei Kreuznachl.) Da der Meeressand, der gewöhnlich eine hellgelbe, tief-ockergelbe oder braune Farbe hat, vielfach zur Mörtelbereitung sowie zum Bestreuen von Gartenwegen verwendet wird, so ist er an vielen Orten unseres Gebietes bis auf das Liegende aufgeschlossen. An manchen dieser Stellen kann man noch deutliche Spuren einer starken Brandung des Tertiärmeeres und der vom Wasser bewegten Sande in den

1 Delkeskamp, Beiträge zur Kenntnis der Westufer des Mainzer Beckens in Verh. des naturhist. Vereins der preuss. Rheinlande, Westfalens

etc. 62. Jahrg. 1905. S. 100. . 2*¾

2