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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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bis Wöllstein eingeschnitten. Früher hielt man die Porphyrmassen unseres Gebietes für ältere Gebirgsstöcke, um die sich später die rotliegenden Schichten abgelagert hätten. Diese Ansicht ist jedoch gefallen, seitdem nachgewiesen isti, dass sie Effusivdecken über den Schichten des Rotliegenden und jünger sind als unsere Melaphyre, von denen sie sich schon durch die Farbe leicht unterscheiden.

Die Porphyre sind rötliché Gesteine, die aus einer dichten Grundmasse bestehen, in der fleischrote bis weisse Feldspate (Orthoklas), Quarzkörner und Blättehen von qunkelbraunem Magnesiaglimmer, liegen. Ihrer petrographischen Beschaffen- heit nach gehöron diese Porphyre zu den Quarzporphyren. Sie sind teils in unregelmässigen Platten, teils in sechsseitigen Säulen von 3 4 m Länge und 30 40 cm Dicke abgesondert, z. B. in den Aufschlüssen am Eichelberg bei Fürfeld und am Wonsheimer Wingertsberg. An der Oberfläche ist das Gestein gewöhnlich zu einer weissen, kaolinartigen Masse verwittert, in der Tiefe dagegen dicht und fest und eignet sich daher zu Bausteinen und seiner Grobkörnigkeit wegen sehr gut zu Pflastersteinen. Zu diesem Zweck hat man an verschiedenen Orten unseres Gebietes Stein- brüche angelegt, unter denen ein grosser Bruch in der Nähe von Neubamberg besonders zu erwähnen ist. Aus diesem stammen z. B. die Pflastersteine der kleinen Ochsengasse in Darmstadt. Der Versand dieser an Ort und Stelle zurecht gehauenen Steine geht nicht nur in die Umgegend, sondern auch den Rhein abwärts bis nach Holland und Norddeutschland.

Vielfach sind die Porphyrkuppen von älteren tertiären Ge- bilden, wie Meeressand und Ton, umlagert, und öfters findet man dort an dem Gestein, wo der Sand weithin weggespült ist, die grosse tertiäre Auster, Ostrea callifera, massenhaft angewachsen. So liegt z. B. eine starke Ostreenbank gleichsam als Mantel um den Porphyrkegel, an dem Neubamberg erbaut ist, und am Süd- abhang des Wonsheimer Wingertsberges sind diese Bänke(hier Stinkfelsen genannt) ebenfalls gut zu beobachten.

Die Betrachtungen über die rotliegende Formation in unserem Gebiet wollen wir mit einigen Worten über die Wasserführung in diesen Gesteinen beschliessen. Dort, wo in Rheinhessen das Rotliegende zu Tage tritt, lässt sich im allgemeinen Wasser leicht beschaffen. Zunächst sind die Sandsteine, wie z. B. bei Flonheim, die wasserführenden Schichten, aus welchen die Quellen austreten.

¹ Schopp, Das Rotliegende etc., I. c. 1894. S. 12.