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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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getroffen haben, aber in viel schönerer Ausbildung. Die Brüche sind schon seit vielen Jahrhunderten im Betrieb, und die Sandsteine, die zuweilen Tongallen enthalten, liefern ein vorzügliches Bau- material. Ofters werden hier Platten mit gut erhaltenen Pflanzen- abdrücken gefunden, die meistens von Farnkräutern, z. B. von Alethopteris conferta, herrühren und manchmal noch deutliche Spuren einer ehemals vorhandenen Fruktifikation zeigen. Auch Stämme von Kalamiten kommen häufig vor, leider aber nur in Steinkernen, die noch teilweise von kohliger Rinde umgeben sind.

Von diesen Steinbockenheimer Steinbrüchen gehen wir nun in nordwestlicher Richtung stets über Lebacher Gestein, das meistens von einer dünnen Lehmdecke überlagert ist, am Wons- heimer Waldstück Korwinkel vorüber nach dem im Appelbachtal gelegenen Hofe Iben. Hier bewundern wir die berühmte Kapelle, eine Perle frühgotischer Baukunst, und setzen alsdann unsern Weg in dem nach Norden gerichteten Teil des Tales fort. Uberall treten hier am Gehänge die Lebacher Sandsteine zu tage, die kur⸗ bevor sich der Weg der Biegung des Tales nach Nordwesten nähert, von Melaphyrmassen bedeckt werden. Nach kurzer Wande- rung durch dieses freundliche Wiesental am munteren Bach ent- lang, treffen wir auf die Strasse Wonsheim Neubamberg. Auf dieser marschieren wir im Tal weiter, zur Linken vom Bach, zur Rechten von Weinbergen begleitet, die an einem stattlichen Höhen- rücken, dem sogepannten Galgen- und Mühlberg angelegt sind, und gelangen in einer guten Viertelstunde nach Neubamberg, einer Station der Nebenbahn Sprendlingen Fürfeld. Das Dorf liegt malerisch an einem von einer Burgruine gekrönten Bergkegel, der wie die übrigen Kuppen der Umgegend aus Porphyr besteht. Dieser ist hier das vorherrschende Eruptivgestein des Rotliegenden. Der Porphyr lässt sich von hier aus verfolgen nach Osten in dem bereits genannten Mühl- und Galgenberg bis zum Wingerts- und Martinsberg zwischen Siefersheim und Wonsheim, nach Südwesten im Scharrenberg bis zum Eichelberg bei Fürfeld, dem höchsten Berge von Rheinhessen(321 m ü. d. M.), und weiter nach Westen bis an die Nahe. Hier steigt das Gestein in der Gans, dem Rheingrafenstein, dem Rotenfels und dem Bergrücken, auf dem die Ebernburg, die Stammburg des Franz von Sickingen, steht, zu jenen stattlichen Höhen empor, welche diese Gegend(bei Münster am Stein) zu den schönsten Partien des Nahetals stempeln. Im Nordosten von Neubamberg haben die Wasser des Appelbachs im Laufe langer Zeiträume ein schluchtenartiges Tal in den Porphyr