Neumühle, und dieser gegenüber liegt auf dem Höhenzug der rechten Talseite ein in der Lebacher Stufe angelegtes Quecksilber- bergwerk, die sogenannte Karlsgrube. In demselben wurde seiner Zeit gediegenes Quecksilber und Zinnober, aber nur in geringer Menge gefunden, jetzt ist es verlassen, weil der Betrieb wegen der sich in dem Werke ansammelnden Wassermengen zu schwierig und kostspielig ist. Von hier kehren wir wieder nach Wendels- heim zurück, aber auf der rechten Talseite zunächst über Lebacher Sandsteine, dann fast nur über Melaphyr am Aussichtspunkt„Teufels- rutsch“ vorüber durch schönen Wald bis zur Hasselmühle und zuletzt an Ackerfeld vorbei nach dem Dorfe.
Vom Südwestausgange von Wendelsheim wandern wir nun im schönen Kriegsfelder Tal aufwärts und gelangen in etwa ¼ St. an einen rechts an unserer Strasse in der Nähe der Finken- mühle gelegenen Steinbruch im Melaphyr. Das anstehende Ge- stein ist durchgängig frisch glänzend, dicht und von blauschwarzer Farbe; es stellt ein, aber nur im Dünnschliff erkennbares Gemenge von Feldspat(Plagioklas), Augit, Olivin, Magneteisen und Apatit dar und wird hier, wie auch an andern Orten der Umgegend, z. B. bei Bechenheim und Nack für die Beschotterung der Strassen abgebaut; zum Hausbau eignet es sich nicht.
Weiter talaufwärts befindet sich rechts der Strasse ein grösserer Steinbruch, der an der Basis graue, feinkörnige Sandsteinbänke mit Kalamitenresten zeigt. Auf diese folgt eine Zone dunkler Schiefer, in welchen Reste von Odontopteris obtusa, einem Farn, gefunden wurden. Es sind Lebacher Sandsteine, in denen dieser Bruch angelegt ist. Steigen wir nun westlich von dieser Lokalität am Talabhang hinauf, so kommen wir an einen kleineren Aufschluss, in dem unten die Lebacher Schichten anstehen. Darauf folgen die grobkörnigen, gelblich-weissen, manchmal von rotbraunen Streifen durchzogenen Sandsteine der Tholeyer Stufe. Hier kann man also den UÜbergang beider Stufen beobachten, und ausserdem zeigt sich noch die interessante Erscheinung, dass infolge von Ver- werfungen die Tholeyer Schichten dieses Aufschlusses in einem tieferen Niveau liegen als die Lebacher des ersteren Bruches. Von hier gehen wir über eine dünne Lehmdecke, die auf dem Rotliegenden liegt, in nordwestlicher Richtung weiter und gelangen in etwa ½ Stunde an grosse, zu beiden Seiten der Strasse Steinbocken- heim— Mörsfeld gelegene Steinbrüche. In denselben sehen wir senk- rechte Wände von mehr als 20 m Höhe, die das typische Lebacher Gestein zeigen, wie wir es an der Wendelsheim— Mörsfelder Strasse


