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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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Wilhelminenplatz und in der südlichen Wilhelminenstrasse, sowie das Pflaster der Rampe vor dem Haupteingang des Landesmuseums in Darmstadt aus Flonheimer rotliegendem Sandstein. Ehe wir unsere Steinbrüche verlassen, werfen wir noch einen Blick auf die gelben, graublauen und blassgelben Erdschichten, die auf dem Ge- stein liegen. Im unteren Teile bestehen diese aus älteren tertiären Gebilden, wie Meeressand und Septarienton, im oberen dagegen aus jener feinerdigen Masse, die wir schon im ersten Teil der Geologischen Bilder auf Seite 21 als Löss und Lehm kennen lernten. Letzere sind von wechselnder Mächtigkeit und liegen zuweilen auch direkt auf den Sandsteinen. Gehen wir von den Flonheimer Brüchen in der Richtung der Bahnlinie weiter nach Wendelsheim zu, so kommen wir an weiteren Aufschlüssen in unserem Gestein vorüber und erreichen in etwa einer Stunde Wendelsheim selbst, das an der Mündung des Kriegsfelder Baches in den vom Donners- berg kommenden Wiesbach liegt. In diesem Dorfe wurde im Jahre 1876 im Hofe des damaligen Postgebäudes ein über 3 m langer und 35 em dicker verkieselter Stamm von Araucarites Göpp. sp., einer Nadelholzart, gefunden, der in festem Tholeyer Sandstein eingebettet war; einige Schritte davon entdeckte man im Jahre 1907 einen zweiten Stamm derselben Pflanze, der aber leider nicht gehoben wurde.

In der ganzen Umgebung von Wendelsheim ist das Rotliegende,

vornehmlich die Tholeyer Stufe, mit eingelagerten Melaphyren

weiter ausgebreitet bis in die Gegend von Nack, Mörsfeld(bayr.

Pfalz) und Wönsheim. Ein interessantes Profili, das die Ergussnatur dieser Melaphyre am schönsten zur Anschauung bringt, und das wir deshalb zur Besichtigung empfehlen, befindet sich im romantisch schönen Wiesbachtale oberhalb Wendelsheim. Es wurde im Jahre 1906 an der von Wendelsheim nach Niederwiesen führenden Kreis- strasse, rechts bei Kilometerstein 2, gegenüber der etwa 100 m hohen MelaphyrwandTeufelsrutsch freigelegt. Man sieht hier sehr schön zwei Melaphyrströme, die durch ein 3,4 m mächtiges System ge- schichteter Tuffe mit eingeschaltetem gefrittetem Ton von einander getrennt sind.

Geht man von hier aus im Wiesbachtal aufwärts, so zeigen sich bald Lebacher Sandsteine, die zu beiden Seiten des Baches bis nach Niederwiesen und weiter eine grosse Verbreitung haben. Kurz vor diesem Dorfe erreicht man die

1 Näheres darüber siehe: Schopp-Schottler, Einige Beweise für die effusive Natur rheinhessischer Melaphyre im Notizblatt des Vereins für Erd- kunde etc. IV. Folge, 25. Heft. Darmstadt 1904. S. 68, 69.