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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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Schwanazflosse, vertreten durch Palaeoniscus Duvernoy, Amplyp- terus und Acanthodes, sowie Süsswasserhaie von der Gattung Xenacanthus. Möglicherweise kamen auch, wie in anderen Gegenden, Lungenfische(Dipnoi) hier vor, die dem heute im schlammigen Wasser Australiens lebenden doppelatmigen Schuppenmolch(Ceratodus) nahestanden. Im sumpfigen Dickicht hauste der Archegosaurus Decheni aus dem Geschlechte der Stegocephalen oder Schuppenlurche, die teils Amphibien, teils Reptilien ähnlich waren. Träge und schwerfällig krochen diese Geschöpfe, Beute suchend, dahin, die sie in den fetten Fischen der sumpfigen Gewässer fanden. Auch Krebse und Insekten ge- hörten zum Bestand der damaligen Tierwelt, von letzteren waren es aber nur Schaben und andere niedere Formen; blumenbesuchende Kerfe gab es noch pnicht, ebensowenig wie Vögel und Säugetiere. Nach diesen Ausblicken auf die rotliegende Formation wollen wir, um sie etwas näher kennen zu lernen, einige Exkursionen in die südwestliche Ecke von Rheinhessen unternehmen, die zu den land- schaftlich schönsten Partien dieser Provinz gehört.

Wenn man die Strecken der früheren hessischen Ludwigsbahn benützt, so kommt man an manchen in einfachem Stil gehaltenen Stationsgebäuden vorüber, die aus rotliegendem Sandstein aufgeführt sind. Als solche nennen wir die von Weiterstadt, Gross-Gerau und Nauheim an der Strecke Darmstadt-Mainz und die von Alzey, Armsheim, Sprendlingen u. s. w. an der Strecke Worms-Bingen. Das Baumaterial stammt aus den Brüchen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Flonheim, die von der Verwaltung genannter Eisen- bahn eigens für ihre Bauten angekauft und durch eine Nebenbahn mit der Station Armsheim(Strecke Mainz-Alzey) verbunden wurden.

Beim Betreten dieser schönen Aufschlüsse erblicken wir senk- rechte, von Spalten durchsetzte Felswände, die durchschnittlich etwa 20 m hoch sind und vorzugsweise aus dickbankigen Sandsteinen von gelblich-weisser bis rötlicher Farbe bestehen. Durch Aufnahme grober Gerölle von Quarz und Kieselschiefer sind sie in ein Konglomerat übergegangen, in das bisweilen Bänke von rot und grün gestreiften Schieferletten eingeschaltet sind. Nach dieser ihrer petrographischen Beschaffenheit rechnet man sie zur Tholeyer Stufe. In den Schichten werden zuweilen pflanzliche Reste gefunden, wie z. B. die von Walchia piniformis. Die Steine, die hier gebrochen werden, finden vielfach Verwendung zu Steinhauerarbeiten(Treppen- stufen, Fensterbekleidungen etc.) sowie als Bau- und Pflastersteine. So bestehen z. B. die Einfassungssteine des Mosaikpflasters am