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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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demselben Jahre von dem Vulkan der Insel Krakatau, die zwischen Sumatra und Java liegt, ausgeworfen worden waren.

Nach dieser kurzen Abschweifung kehren wir wieder zu unseren rotliegenden Sandsteinen zurück. Auf den ersten Anblick scheint es, als seien sie von gleicher Beschaffenheit und nur in der Farbe von einander verschieden. Eingehende Untersuchungen haben aber gelehrt, dass sie eine Schichtenfolge von Konglomeraten, Sandsteinen und Schiefertonen, den Zerstörungsprodukten älterer paläozoischer Gesteine, sowie des Melaphyrs und Porphyrs! dar- stellen. Man hat diese Sedimente nach ihrem Alter in das Unter- und Oberrotliegende eingeteilt; ersteres umfasst von unten nach. oben die Kuseler, Lebacher und Tholeyer, letzteres die Söterner, Waderner und Kreuznacher Schichten. In Rheinhessen kommt vornehmlich nur die Lebacher und Tholeyer Stufe vor.

In fast allen Schichten des Rotliegenden treten organische Reste in ziemlich grosser Menge auf, trotzdem aber ist die Zahl der Tier- und Pflanzenarten gering, d. h. zur rotliegenden Zeit war eine verhältnismässig formenarme Fauna und Flora vorhanden. In den sumpfigen Uferwäldern der Seen und Flüsse wuchsen die stattlichen, mit wirtelständigen Asten besetzten Kalamiten. Es waren schachtelhalmähnliche Gewächse, die bei meterdickem Schaft eine Höhe von 12 und mehr Metern erreichten, und deren Ge- schlechter schon zu den Hauptrepräsentanten der Steinkohlenflora gehörten. Nur als zwerghafte Gestalten erscheinen diesenBäumen gegenüber unsere jetzigen Equiseten. Dazwischen misehten sich die kräftigen Stämme der Walchien, sowie der den heutigen Zimmertannen verwandten Araucarien, und Palmfarne(Cycadeen) ragten neben üppig wuchernden Farmkräutern über das niedrige Gestrüpp hervor. Wohlstanden auch noch einige Arten der Schuppen- und Siegelbäume in dem Pflanzengewirr des dunstigen Urwaldes als letzte Reste und Nachzügler aus der karbonischen Zeit, in der sie neben den Kalamiten eine grosse Rolle spielten und mit diesen zur Bildung vieler Steinkohlenflöze beigetragen haben. Laubhölzer und Blumen waren noch nicht vorhanden.

In den Gewässern unseres Gebietes lebten neben niederen Tieren Fische in grosser Zahl, wenigstens deuten ihre zahl- reichen Reste, die man z. B. in den dunklen, dünnblättrigen Schiefertonen der Lebacher Stufe gefunden hat, darauf hin. Es waren namentlich kleinschuppige Ganoiden mit unsymmetrischer

¹ Zerstörtes Material dieses Ergussgesteins enthalten nur die oberen rotliegenden Schichten.