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gezogen denkt, kann ungefähr als Grenze zwischen beiden For- mationen angesehen werden. Nordöstlich dieser Linie tauchen unsere rotliegenden Sandsteine wieder aus dem Tertiär und Dilu- vium auf, so bei Biebelnheim, Hillesheim(mit einem Basaltgang, auf dem die Kirche steht), Dexheim sowie in der Gegend zwischen Schwabsburg, Nierstein und Nackenheim. An letzterem Orte treten die rotliegenden Gesteine dicht an den Rhein heran(Nacken- heimer Kap) und geben hier den Boden ab, auf dem kostbare Weine gedeihen.
Alle diese Vorkommen des Rotliegenden in Rheinhessen sind nur ein Teil dieser im Saar-Nahegebiet und im Pfälzer-Bergland ausgedehnten Formation und hingen dereinst offenbar mit den bei Darmstadt, Langen, Isenburg, Offenbach a. M., in der Wetterau und im Büdinger Land auftretenden rotliegenden Sandsteinen zusammen. Während und nach der Ablagerung dieser Sedi- mente spielte auch in unserm Gebiet die vulkanische Tätigkeit eine grosse Rolle. Es entstanden die Ergussgesteine Melaphyr und Porphyr, die sich in ausgedehnten Durchbrüchen, Strömen, Decken und Tuffen am Aufbau des Rotliegenden beteiligten.
Wie entstehen die vulkanischen Tuffe? Wenn in einem Vulkan die Spannung der Wasserdämpfe und Gase so gross geworden ist, dass sie den Verschluss des Kraters sprengen, so wird die mit ihnen emporsteigende feurig-flüssige Masse in Form staubfeiner Teilchen (Asche) oder grösserer Auswürflinge(Lapilli, Bomben) aus dem Krater in die Höhe geschleudert. Diese fallen gewöhnlich auf den Vulkan selbst und in seiner Umgebung nieder und richten hier oft grosse Verheerungen an. Es sei nur an die Verschüttung von Pompeji und Herkulanum im Jahre 79 n. Chr. und an die von Ottajano im Frühjahr 1906 durch die Aschenregen des Vesuvs er- innert. Zuweilen werden die Aschenteilchen auch durch heftige Regengüsse in Schlammmassen verwandelt und weggeschwemmt, oder sie geraten ins Meer, in dem sie ausgebreitet, mit andern Ab- sätzen vermischt und nach und nach verfestigt werden. Alle der- artigen Anhäufungen von vulkanischen Auswurfstoffen führen den Namen Tuffe. Oft wird auch ein Teil der vulkanischen Asche vom Winde in weite Fernen getragen; so flog z. B. während der oben er- wähnten Vesuveruption im Jahre 79 die Asche bis Syrien und Aegypten und bei der im Jahre 1906 bis Kiel. Die farbenprächtigen Dämme- rungserscheinungen, die sich im Herbste 1883 auf fast der ganzen Erde zeigten, wurden auf die feinsten, in den höchsten Regionen der Atmosphäre schwebenden Aschenteilchen zurückgeführt, die in


