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wurde, was nur durch den Strom erfolgt sein kann, den wir heute Rhein nennen. Dieses besteht nämlich in gewissen für Rhein- ablagerungen charakteristischen Geröllen von rotbrauner oder grauer Farbe, die, weil sie ganz von den Kieselschälchen der Radiolarien erfüllt sind, Radiolarienhornsteine heissen. Ihr Ursprung ist in den obersten Schichten der Juraformation auf der Nordseite der Alpen zu suchen. Solche Gerölle sind nun in unserem Gebiet und zwar in den höchstgelegenen Flussterrassen, auf dem Plateau bei Finthen in der Nähe von Mainz, in den letzten Jahren gefunden worden!. Wir müssen also annehmen, dass der Rhein schon im ersten Abschnitt der Diluvialzeit von der Grabenversenkung der Oberrheinischen Tiefebene Besitz ergriffen hat. Beim Verlassen dieser Ebene traf er, wie neuere Untersuchungen? dargetan haben, die Spur eines altpliocänen Stromes, des Urrheins, der er folgte. Im Laufe der Zeit vertiefte er das Bett dieses alten Flusses und schuf so nach und nach das Durchbruchstal im Rheinischen Schiefer- gebirge in seiner jetzigen Gestalt. Die Schotter jenes altpliocänen Stromes und des altdiluvialen Rheines liegen infolge dessen sehr hoch über dem heutigen Wasserspiegel.
II. Der Untergrund pon Rheinhessen. (Das Rotliegende mit Melaphyr und Porphyr.)
Als in der mittleren Oligocänzeit das Meer in unser Gebiet hereinbrach, strömten seine Fluten fast ausschliesslich über jene Gesteine der permischen Formation, die den Namen„Rotliegendes“ führen. Von anderen Formationen war nur das Devon im Gebiete des heutigen Rochusberges bei Bingen vertreten, der aus Schiefern und Quarziten besteht und als ein durch Rhein und Nahe abge- schnürtes Stück des Rheinischen Schiefergebirges anzusehen ist.
Das Rotliegende hat vornehmlich im Südwesten der Provinz eine weite Verbreitung und tritt hier an vielen Stellen zu Tage oder ist durch Bohrlöcher aufgeschlossen. Gegen Norden und Osten verschwindet es unter tertiären Ablagerungen, und die ge- rade Linie, die man sich zwischen Kreuznach a. d. N. und Alzey
¹1 A. Steuer, Bodenwasser und Diluvialablagerungen etc., S. 76.
² Vergl. E. Kaiser, Pliocäne Quarzschotter zwischen Mosel und Nieder- rhein. Bucht. Jahrb. d. Preuss. Geolog. Landesanstalt für 1907, S. 80, und —, Die Entstehung des Rheintals, in Verhl. der Gesellsch. deutscher Natur- forscher u. Arzte, 1908. C. Mordaziol, Beitrag zur Gliederung und Kenntnis der Entstehungsweise des Tertiärs im Rheinischen Schiefergebirge. Monats- hefte der Deutschen Geol. Gesellschaft, Bd. 60, Jahrg. 1908, Nr. 11.


