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fang der oligocänen Zeit, des zweiten Abschnittes des tertiären Zeit- alters, und buchtenartig griff es bis Bonn, Halle und Oppeln, mitten in das Herz Deutschlands hinein. In dieser Periode nehmen die Bodenbewegungen, die mit der Bildung der Rheintalspalte im Zu- sammenhang stehen, bedeutend an Stärke und Umfang zu, nach- dem sie im Eocän bereits langsam eingesetzt hatten. Die Erd- schichten zwischen den Alpen und dem Rheinischen Schiefergebirge sinken immer tiefer und tiefer hinab, und die Grabenversenkung der Oberrheinischen Tiefebene wird nach und nach geschaffen mit ihrer Fortsetzung über Frankfurt, Giessen, Ziegenhain und Kassel bis über die Weser hinaus. Die Wasser der gallisch-helvetischen Meeresteile dringen von Süden in diese breite Spalte vor und ver- einigen sich mit dem von Norden einströmenden Meere.
Die Sprunghöhe, bis zu der die Schichten im Graben gesunken sind, ist nicht überall die gleiche, sie beträgt z. B. bei Landau in der bayr. Pfalz etwa 1200 m und bei Freiburg i. Br. ungefähr 1800 mi. Diese Beträge waren selbstverständlich nicht gleich im Anfang der Grabenbildung vorhanden, sondern sie sind als Summe aller Einzelbeträge der Senkungen aufzufassen, die seit der oligocänen Zeit bis heute stattgefunden haben. So werden jetzt noch ver- schiedene Orte der Oberrheinischen Tiefebene von Erdbeben heim- gesucht, die grösstenteils ihre Ursache in den weiteren Rutschun- gen des Untergrundes haben. Solche Orte sind Basel(hier wurde 1021 das Münster vollständig zerstört), die Gegend am Kaiserstuhl, Kandel in der bayr. Pfalz und Gross-Gerau bei Darmstadt.
Diese Nachrutschungen fanden aber auch während der Dilu- vialzeit statt; dies wird durch die Verwerfungen bewiesen, die in tertiären und diluvialen Schichten am Ost- und Westrande des Rheintals, resp. am Odenwald und der rheinhessischen Hügelland- schaft vorhanden sind.„So kann man“ schreibt Schottler?²„in den Gruben südlich von Grosssachsen a. d. B. sehr häufig in den Sanden Spalten mit Verschiebung der Schichten beobachten. Im Jahre 1904 konnte man in der Baugrube des neuen Schulhauses in der Schulstrasse zu Weinheim a. d. B. ein staffelförmiges Ab- sinken des Weschnitzkieses mit Schlickschichten um etwa 2 m an zwei parallelen Spalten feststellen.“ Ferner wurden auch Ver- werfungen in den diluvialen Sanden am Pilgerhaus bei Weinheim
¹ Regelmann, Erläuterungen zur geol. Uebersichtskarte von Württem- berg und Baden. Stuttgart 1907. S. 16.
² Schottler, Erläuterungen zur geol. Karte des Grossherzogt. IHessen, Blatt Viernheim, Darmstadt 1906. S. 39.


