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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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ausgelaugt, wodurch nur noch die lose verkitteten Sandkörner zu- rückgeblieben sind. Die Stufe, die bis 150 m mächtig ist, hat eine grosse Verbreitung am Lärmfeuerrücken. 3.feinkörnige Sandsteine mit Lettenbänken, z. B. bei Erlenbach und Erbach. 4.grob- körnige, kieselige Sandsteine mit demKugelsandstein, der sich bei Klingenberg, Wörth a. M., Laudenbach a. M. und am Eckartsberg östlich von König findet. 5. denHauptgeröllhorizont der aus dunkelrötlichen, harten, kieseligen geröllführenden Sand- steinen besteht; er bildet im hinteren Odenwald die steilsten Ge- hänge mit Felsenmeeren, so z. B. in der Gegend zwischen Erbach und Gebhardshütte. Blöcke des Geröllhorizontes sind am Him- bächelviadukt bei der Station Hetzbach der Odenwaldbahn als Bausteine verwendet.

Nun folgt der obere Buntsandstein. Auf den Bänken des Haupt- geröllhorizontes lagern mürbe plattige Sandsteine, welche an ihrer Basis oft Carneol in unregelmässig-geformten Knollen enthalten, die denCarneolhorizont bilden, wie bei Vielbrunn und Weiten- gesäss. An diese Schichten schliessen sich violett gefärbte Sand- steine mit vielem Glimmer an(Steinbrüche in der Gegend von Hetz- bach). Die letzte Stufe des oberen Buntsandsteins bildet derRöt, eine Lage von meist roten und grauen Schiefertonen, mit Auf- schlüssen an der Ziegelei am Wege von Erbach nach Erlenbach, im Einschnitt der Staatsstrasse zwischen Erbach und Stockheim sowie am Nordwestende von Steinbach ¹.

Das Grundgebirge des hinteren Odenwaldes besteht wohl aus denselben kristallinen Gesteinen, die auch den vorderen Odenwald bilden, denn an verschiedenen Orten wird z. B. der Granit direkt vom Buntsandstein bedeckt, so bei Sandbach-Neustadt im Mümling- tal und an einigen Stellen des Ulfen- und Eiterbachtals.

Der Buntsandstein, der in unserem Gebiet eine Gesamtmächtig- keit von 500 600 m besitzt, wird in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen und findet als Baustein eine ausgedehnte Verwendung; am meisten werden wohl die Schichten des mittleren Buntsand- steins verarbeitet, die Tone des Röt von Steinbach und Erbach werden unter Zusatz von Sand zur Herstellung von Ziegeln benütazt.

Wie im kristallinen Odenwald der Laubwald vorherrscht, so tritt im Buntsandsteinodenwald vorwiegend der Nadel- besonders

¹ Klemm, Erläuterungen zur geol. Karte etc. Blätter Erbach und Michel- stadt, 1897. S. 36 und 37.