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Grundgebirge und dem Buntsandstein emporgedrungen. Das Ge- stein zeigt in einer schwarzen Grundmasse vornehmlich Augit, Olivin und Magnetit und ist auf der Ostseite des Berges in schöne Säulen gegliedert, auf der Westseite dagegen weniger regelmässig abgesondert. Besonders interessant sind die vielen Einschlüsse von Buntsandstein, die von der feurigflüssigen Basaltmasse angeschmolzen wurden und sich beim Erkalten zwischen den Basaltsäulen in Form von schmäleren Säulchen absonderten. Der Sandstein wurde dabei gebleicht und sieht deshalb meist weiss aus. Der Basalt wird hier in Steinbrüchen abgebaut und hauptsächlich zu Strassen- schotter verwendet.
Der Buntsandsteinodenwald. Wer die Bahnlinie Hanau- Eberbach benützt, fährt von der Station Wiebelsbach-Heubach in nord-südlicher Richtung zunächst im Mümling- und dann im Itter- tale mitten durch die Sandsteinmassen des hinteren Odenwaldes. Beim ersten Anblick dieser einförmigen waldbedekten Berge könnte man glauben, sie seien alle aus einem Material aufgebaut, das kaum nennenswerte Unterschiede zeigt. Die genaue geologische Untersuchung hat aber gelehrt, dass grosse Verschiedenheit darin herrscht. Man hat die mächtige, vielfach rot gefärbte, sandig-tonige Schichtenfolge in den unteren, mittleren und oberen Buntsandstein gegliedert.
Der„untere“ beginnt mit roten Schieferletten, die bei Heubach, Neustadt, am Breuberg und bei Vierstöck gut zu beobachten sind, und endigt mit buntgefleckten oder streifigen Schichten, dem so- genannten Tigersandstein. Steinbrüche in letzterem findet man z. B. am Breuberg, bei Mittelkinzig und Oberkainsbach. Die roten Schieferletten stellen in feuchtem Zustand einen zähen Ton dar und bilden alsdann wasserundurchlässige Schichten, an deren Ober- fläche Quellen hervortreten, wie dies am Morsberg von Vierstöck bis zur Spreng der Fall ist. Dieser Quellhorizont speist die Kains- bach und ist die Ursache für das Gedeihen von Sumpfpflanzen an jener Höhe.
Der„mittlere Buntsandstein“ umfasst fünf Stufen: 1. den unteren „Geröllhorizont“(Eok's Conglomerat) mit Aufschlüssen bei Wald- michelbach und Oberabtsteinach. 2. den„Pseudomorphosen-Sand- stein,“ für den kleine gelbe oder braune Flecken charakteristisch sind, die ursprünglich mit Sand durchsetzte Kristalle von Kalkspat oder Dolomit waren; diese kohlensauren Salze wurden aber später
nach dem Geologen Eck benannt.


