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mittleren Diluvialstufe sind die zahlreichen Brunnen des Darm- städter Wasserwerks im Griesheimer Eichwäldchen angelegt; die- selbe wurde nicht durchsunken, trotzdem ein Brunnen bis zu 96 m Tiefe abgebohrt wurde. Von den Ablagerungen des oberen Dilu- viums bedeckt der Flugsand vornehmlich weite Flächen im Westen und Südwesten der Stadt; wir erinnern nur an den Darm- städter Exerzierplatz und die sogenannte Griesheimer Tanne mit dem grossen Artillerieschiessplatz. Die Ablagerungen des Allu- viums, die jüngsten Bildungen, sind in unserem Gebiete wie auch sonst hauptsächlich an die heutigen Fluss- und Bachläufe gebunden und fallen mit dem vielfach von Wiesen bedeckten Uber- schwemmungsgebiet derselben zusammen.
Die Bergstrasse.
An die Ludwigshöhe schliesst sich nach Süden hin eine Reihe von kleinen Erhebungen an, die den Uebergang zu den Odenwaldbergen bilden. Es sind dies die Marienhöhe, die Wil- brandshöhe, der Prinzenberg, das Eichwäldchen, die Runde Buche, sowie andere in der Nähe von Eberstadt gelegene Anhöhen. Hinter diesen erhebt sich der stattliche Rücken des Frankensteins mit dem Magnetberg, und weiterhin folgen Melibokus, Auerbacher Schloss- berg, die Berge bei Bensheim, die Starkenburg bei Heppenheim und andere mehr, lauter schön geformte Höhen und Gipfel, alle harmonisch zum Ganzen gelagert und reich an prächtigen Land- schaftsbildern. An ihrem Fusse zieht die berühmte und viel be- besuchte Bergstrasse dahin.
Der Geologe versteht unter der Bergstrasse den steil aus der oberrheinischen Tiefebene aufsteigenden westlichen Rand des Oden- waldes mit der ihm vorgelagerten Flussterrasse von wechselnder Breite.
Jedem der die Eisenbahnstrecke Darmstadt-Heidelberg durch- fahren hat, dürfte diese Terrasse wohl schon aufgefallen sein, einerseits durch den Gegensatz zwischen ihr und den dahinter ansteigenden Odenwaldbergen, andererseits durch verschiedene Orte, wie Zwingenberg, Auerbach, Weinheim etc., die ganz oder teil- weise darauf erbaut sind.
Wie ist diese Terrasse entstanden? Im ersten Abscehnitt der Tertiärzeit herrschte, nach den Pflanzen- und Tierresten aus jener Zeit zu schliessen, in Mitteleuropa ein tropisches Klima. Im Verlauf der späteren Abschnitte der Tertiärperiode muss aber allmählich eine


